Meerbusch: Alle 39 Stunden ein Einbruch in Meerbusch

Meerbusch : Alle 39 Stunden ein Einbruch in Meerbusch

In den vergangenen Tagen schlugen vermehrt Einbrecher in Meerbusch zu. Bürger fordern mehr Polizeipräsenz und Streifen in den Wohngebieten. UWG möchte eine sofortige Einberufung des kriminalpräventiven Rats

In den vergangenen zwei Wochen vergeht kaum noch ein Tag, an dem die Polizei nicht schon wieder Einbrüche auf Meerbuscher Stadtgebiet meldet. Erst am Dienstagabend gelang es unbekannten Tätern, zwischen 18 und 20 Uhr in Osterath auf dem Käthe-Kollwitz-Weg in ein Haus einzudringen. Die Beute: Meist Schmuck, Bargeld, Laptops und hochwertige Kameras. Die Täter: Treten alleine oder in Gruppen auf. Nutzen nahe Autobahnen als Fluchtwege, sind zum Teil international organisiert.

Die Polizei führt die Statistik nur halbjährlich. 121 Einbrüche waren es in den Meerbuscher Stadtteilen in den ersten sechs Monaten des Jahres. Wie viele Einbrüche sich seit dem Beginn der dunklen Jahreszeit ereignet haben, listet die Polizei erst Ende Dezember auf. Liest man jedoch die Polizeimeldungen der vergangenen Tage, so sind es alleine zwischen dem 5. und 12. November sieben Einbrüche in Meerbusch. Dazu kommen noch Einbrüche in parkende Autos. Allein in der Nacht zu vergangenen Sonntag wurden in Osterath vier Navigationsgeräte aus Fahrzeugen ausgebaut.

"Rein rechnerisch geschieht in Meerbusch derzeit alle 39 Stunden ein Einbruch", sagt Polizeisprecherin Diane Drawe. Sie spricht von einer "besorgniserregenden Entwicklung". Ein Anstieg der Fälle im November sei aber nicht untypisch für die Jahreszeit. Diebe nutzen vor allem die früh einsetzende Dunkelheit aus. "In den Wohngebieten sehen die Täter dann ziemlich schnell, ob jemand zu Hause ist oder nicht", sagt Diane Drawe. Denn immer noch ist bei vielen Bürgern das Licht aus, wenn sie nicht zu Hause sind. Schon einfache Mittel wie eine Zeitschaltuhr, die rechtzeitig das Licht einschaltet, kann Anwesenheit der Bewohner zumindest vortäuschen, so Drawe. In 80 Prozent der Fälle hebeln Täter Fenster oder Terrassentüren auf. Profis brauchen dafür nicht mehr als 30 Sekunden, wissen die beiden Hauptkommissare Jochen Hilgers und Heinz Hellwig. Die beiden werden am nächsten Mittwoch in Büderich vor der Polizeiwache an der Holbeinstraße zu Gast sein und den Bürger im Rahmen der Aktion "Riegel vor" erklären, wie sie sich am besten vor Einbrüchen schützen können. Sie empfehlen, Fenster und Terrassen mit Pilzkopfverriegelung sowie einbruchhemmender Verglasung auszustatten. "Stoßen die Täter auf ein Hindernis, werden sie meist nervös und brechen ab", sagt Diane Drawe. Die Forderungen von Bürgern nach mehr Polizeipräsenz in den Wohngebieten kann sie nachvollziehen. Es seien uniformierte und Zivilstreifen unterwegs. "Aber wir können nicht überall sein und brauchen Hinweise von Bürgern", so Drawe. Die UWG-Fraktion im Stadtrat fordert nun angesichts der gestiegenen Zahlen die Einberufung des "Kriminalpräventiven Rats" der Stadt. Das Thema "Sicheres Wohnen/Sicheres Leben" müsse in Meerbusch mit höchster Priorität verfolgt werden und die Entwicklung der Einbruchskriminalität eingedämmt werden, fordert die UWG. Die Bevölkerung habe den Eindruck, der Kreis habe ein "Sicherheitsproblem".

(wie)