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Meerbusch: Aktionsgemeinschaft kritisiert Hotelplan

Meerbusch : Aktionsgemeinschaft kritisiert Hotelplan

Die Aktionsgemeinschaft "Rettet Haus Meer" hat gestern die vorgestellte Hotelplanung auf dem Gelände verrissen. "Diese Planung wird in keiner Weise dem Gesamtdenkmal gerecht", sagt Mitglied Irmtraud Richter

Die Aktionsgemeinschaft "Rettet Haus Meer" hat gestern Widerstand gegen die vorgelegte Hotelplanung auf dem Gelände von Haus Meer angekündigt. "Die aktuelle Planung wird in keiner Weise dem Gesamtdenkmal gerecht, daher wehrt sich die Aktionsgemeinschaft entschieden gegen diese Planung", sagte Irmtraud Richter, langjähriges Mitglied der Initiative.

Vor einigen Wochen hatten die Architekten ihre Planung öffentlich vorgestellt. Sie muss noch mit dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege abgestimmt werden. Geplant ist ein Luxusresort, das über die Grundmauern des einstigen Klosters hinausgeht und dem rund vier Prozent des von Joseph Clemens Weyhe geplanten Parks zum Opfer fallen werden. "Das Bauvolumen ist überdimensioniert, das Gartendenkmal wird im gesamten Norden durch die Tiefgarage, die Zuwegung und die großzügige Erweiterung des Hotelbaukörpers zerstört, alter Baumbestand wird unwiederbringlich vernichtet", kritisiert auch Elisabeth Janssen von der Aktionsgemeinschaft.

Kritisch-zurückhaltend äußert sich auch der Förderverein Haus Meer zu der Planung. "Wir wollten aus den ehemaligen Kloster- und Schlossgebäuden etwas kulturelles schaffen. Für uns ist wichtig, dass der Park erhalten wird", erklärte der Vize-Vorsitzende Winfried Janßen. "Dort wäre ein idealer Ort für das Stadtarchiv, auch für eine kleinere Gaststätte mit Biergarten — das geht jetzt alles verloren durch die Hotelplanung."

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Die Meerbuscher CDU hatte die Planung den Bürgern kürzlich auf der Dorfstraße vorgestellt. "Das Ergebnis war eindeutig: Die Meerbuscher sprachen sich fast ausschließlich für das Projekt aus", erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Werner Damblon. "Insbesondere die Öffnung des Parks, Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Möglichkeit, das Hotelrestaurant oder einen Festsaal nutzen zu können, fand große Zustimmung." Regelmäßig hätten die Bürger nachgefragt, ob man für das Projekt unterschreiben könne, um es endlich voran zu treiben.

In einem bereitgelegten Kommentarbuch konnten die Besucher der Veranstaltung ihre Wünsche an die Meerbuscher Politiker formulieren. Werner Damblon erklärte: "Die exemplarischen Eintragungen ,Bringt das Projekt voran!' und ,Der Vorschlag ist super. Annehmen!' geben die Stimmungslage wohl am besten wieder."

(RP)