Meerbusch: Ärger in Hildegundis-Pfarre

Meerbusch : Ärger in Hildegundis-Pfarre

183 Katholiken haben eine Stellungnahme unterzeichnet, die den Pfarrgemeinderat scharf angreift. Dessen Vorsitzender will nun klären, ob die Aktion für die Initiatoren rechtliche Konsequenzen haben kann.

In der Hildegundis-Pfarre brodelt es. 183 Katholiken haben eine Stellungnahme unterzeichnet, die den Vorsitzenden des Gemeinderats, Thomas Stelzer-Rothe, und Pfarrer Norbert Viertel angreift. Am Montag — einen Tag nach dem Abschiedsgottesdienst für den scheidenden Pfarrvikar Hermann-Josef Schagen — machten die fünf Initiatoren das Schreiben öffentlich.

Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Thomas Stelzer-Rothe reagiert scharf. Er spricht von "kollektiver und individueller Beleidigung" und kündigt an, prüfen zu lassen, ob das Schreiben "rechtliche Konsequenzen" für die Initiatoren haben kann.

Elisabeth Jatzkowski, Angela Janssen, Gerd Vasen, Klaus Mock, und Regina Podsada haben ihre Kritik in neun Punkte zusammengefasst. Sie beklagen zunächst die Situation bei den Ehrenamtlern. "Wir zählen 23 ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich menschlich zutiefst verletzt und enttäuscht über die Art und Weise, wie die Gemeinde geleitet wird, zurückgezogen haben. Viele von ihnen sind zum Rückzug regelrecht gedrängt worden".

Einige Gemeinderats-Mitglieder scheuten inzwischen kritische Äußerungen, "aus Angst, dass ihnen ihre ehrenamtlichen Aufgaben erschwert oder gar verwehrt werden". Pfarrer Viertel werfen die Kritiker vor, seinen Willen durch seine Anhänger im Pfarrgemeinderat durchsetzen zu lassen und sich Gesprächen zu verweigern. Dass die Fronleichnamsprozession in Lank "geopfert" worden sei, zeige, dass die Gemeindeleitung "offenbar kein Interesse an einer Aufrechterhaltung des Eigenlebens der Gemeinden vor Ort" habe.

Die Unterzeichner fragen: "Schafft Hildegundis von Meer sich selbst ab?" Dass der Weggang von Schagen auf Unstimmgkeiten mit dem Gemeinderat zurückgehe, ist für die Kritiker ein offenes Geheimnis. Schagen möchte sich nicht äußern.

Thomas Stelzer-Rothe unterstreicht auf RP-Anfrage, dass der Verlust von Ehrenamtlern — der diverse Gründe habe — schmerzlich sei. Es sei allerdings auch gelungen, neue Ehrenamtler zu gewinnen, zum Beispiel drei neue Kräfte für den Pfarrbrief.

Dass die Gemeindeleitung Diskussionen aus dem Weg gehe, bestreitet er vehement: Selbstverständlich werde im Gemeinderat ausführlich diskutiert. Und am Ende entscheide in einem demokratischen legitimierten Gremium eben eine Mehrheit.

Der Vorwurf, kein Interesse am Eigenleben der Gemeinden zu haben, ärgert Stelzer-Rothe sichtlich: "Wo Dezentralisierung möglich ist, machen wird das". Eine Ausnahme sei die Fronleichnamsprozession als gemeinsame Veranstaltung der Gemeinden. Stelzer-Rothe macht deutlich, dass er für Gespräche weiter "gerne zur Verfügung steht".

Doch er fühle sich auch verantwortlich, Aktionen im Stil des öffentlichen Schreibens "zum Schutz des Pfarrgemeinderats und seiner Mitglieder nicht mehr hinzunehmen".

Lesen Sie hier die Stellungnahme zur Situation der Hildegundis-Pfarre.