1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Adliger Investor aus Luxemburg

Meerbusch : Adliger Investor aus Luxemburg

Der Prinz Jean von Nassau will sich angeblich mit seiner Familie in Büderich an Haus Schackum engagieren und das Denkmal zu einem Luxus-Wohnstandort ausbauen. Auch benachbartes Ackerland könnte Bauland werden.

Um Haus Schackum in Büderich ranken sich viele interessante Geschichten. Jetzt kommt eine neue hinzu. Eine Hauptrolle soll das luxemburgische Fürstenhaus in Person von Prinz Jean von Nassau spielen. Der frühere Großherzog sorgte während seiner Amtszeit für einen Wandel des kleinen Landes von einem Agrar- und Industriestandort zu einem modernen Dienstleistungszentrum. So siedelten sich ab Ende der sechziger Jahre die ersten internationalen Banken in Luxemburg an. Jetzt soll das Kapital offenbar wieder in die andere Richtung fließen — nach Meerbusch.

Nach Informationen unserer Zeitung kümmert sich der Krefelder Architekt Stephan Strauß darum, zu klären, in welchem Umfang das Baudenkmal Haus Schackum in einen Luxus-Wohnstandort umgewandelt werden kann. Ferner schließen die Eigentümer offenbar auch eine Bebauung der benachbarten Ackerflächen nicht aus. Strauß weiß über die Meerbuscher Gegebenheiten Bescheid. Seine Gesellschaft für Historische Bauwerke war schon mit der Sanierung des Huysmannshof (Hotel Weindorf) in Osterath beschäftigt. Strauß erklärte gestern auf Anfrage, er werde weder über seinen Auftraggeber noch über den Auftrag Auskunft geben.

Dafür spricht Michael Kirch. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie und Nervenheilkunde ist Mieter in Haus Schackum. Kirch erklärt, dass er davon gehört habe, dass "rund um Schackum eine gewaltige Bebauung angedacht ist. So sollen dort Luxus-Wohnungen entstehen und die nördlich gelegenen Äcker bebaut werden". Das Fürstenhaus aus Luxemburg habe offenbar Interesse, dort Geld anzulegen.

Just Gérard, Planungsdezernent der Stadt, bestätigte der Rheinischen Post, dass sich ein Architekt auf dem Hof umgesehen hat. "Eine Bauvoranfrage liegt der Stadt aber weder schriftlich noch mündlich vor", schränkt der Planungsdezernent die Spekulationen etwaiger Betroffener gleich etwas ein. Einen Umbau der Hofanlage halte er in Abstimmung mit der Denkmalpflege für vorstellbar. Die Bebauung der Ackerflächen sei so ohne weiteres nicht möglich. Dafür wäre das Aufstellen eines Bebauungsplans notwendig. Dazu müsste es aber eine Bereitschaft der Kommunalpolitiker geben, einem solchen Anliegen nachzukommen.

(RP/rl)