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ADFC Meerbusch muss Radtouren absagen

Freizeit in Meerbusch : ADFC sagt alle Radtouren in der Gruppe ab

Radfahren allein oder zu zweit bleibt erlaubt. Der ADFC Meerbusch empfiehlt Bewegung, gibt Tipps für Ausflugsziele und erklärt, worauf Fahrradfahrer in dieser Zeit besonders achten müssen.

Eigentlich wollte der ADFC Meerbusch in diesen Tagen mit seinen beliebten Abendtouren, die jeweils rund 25 Kilometer rund um Meerbusch führen, starten. Doch die Fahrten sind nun erst einmal gestrichen. Denn Radfahren in der Gruppe geht wegen Corona nicht.

Daher hat sich die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) Meerbusch auf Empfehlung des Bundesverbandes entschlossen, sowohl die wöchentlichen Touren am Donnerstagabend als auch die für die Sommermonate geplanten Tagestouren bis einschließlich Juni zu streichen. „Das bedauern wir sehr“, sagt Peter Koenders, Sprecher der Ortsgruppe.

Doch diese Entscheidung sei unvermeidlich gewesen, auch weil viele der Teilnehmer wegen ihres Alters der Risikogruppe angehören. Zudem sei es derzeit nicht möglich, in einem Biergarten oder einer Gaststätte einzukehren, was normalerweise ein Bestandteil des Abendausflugs gewesen sei. „Wir wollen mit dieser Maßnahme unseren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten“, sagt der Ortssprecher.

 Die schneeweiße Kirche in Duisburg-Friemersheim ist eine Reise mit dem Rad wert.
Die schneeweiße Kirche in Duisburg-Friemersheim ist eine Reise mit dem Rad wert. Foto: Johannes Kruck/Kruck, Johannes (jk)

Klar sei jedoch, dass jeder auf eigene Faust Radtouren unternehmen könne, um fit zu bleiben. Entweder alleine, zu zweit oder mit der Familie. Die gerade beschlossene Wiedereröffnung von Fahrradgeschäften zeige, dass auch die Politik den Wert des Radfahrens erkenne. „Jetzt ist eine gute Gelegenheit, um auf das Rad umzusteigen, auch um zur Arbeit zu kommen“, rät Peter Koenders, der selbst früher häufig etliche Kilometer zu seiner Arbeitsstelle in Düsseldorf auf dem Rad zurückgelegt hat.

Wer sein Fahrrad noch nicht aus dem Winterschaft geholt habe oder sich ein Pedelec zulegen wolle, um mobil zu sein, solle jetzt starten, empfiehlt er. Die Sonne und angenehme Temperaturen erleichterten den Einstieg. In der Freizeit sei das Fahrrad ein probates Mittel, die durch die Corona-Epidemie gewonnene Zeit sinnvoll zu verbringen. Meerbusch als Stadt im Grünen sei ideal, um unterwegs zu sein, ohne auf größere Menschenmengen zu treffen.

 Eine weitere Empfehlung des ADFC Meerbusch für eine größere Radtour in der Region ist die Skulptur „Tiger and Turtle“ in Duisburg.
Eine weitere Empfehlung des ADFC Meerbusch für eine größere Radtour in der Region ist die Skulptur „Tiger and Turtle“ in Duisburg. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)/Bauer, Hans-Jürgen (hjba)

„Dabei sollte man jedoch die Tageszeit und den Wochentag beachten“, sagt eine Sprecherin. Wer wochentags schon in den Vormittagsstunden starte, habe oft die Wirtschaftswege ganz für sich alleine. Dann könne man sogar am Rheindeich fahren. Der Weg am Fuße des Deichs ist für Radfahrer frei gegeben, während der Weg auf der Deichkrone seit Ostern für Fußgänger reserviert ist (wir berichteten). „Das ist eine gute Idee, funktioniert aber nicht immer“, sagt sie. Manche Radfahrer würden doch oben fahren. „Und mir ist einmal eine Fußgängerin mit zwei nicht angeleinten Hunden auf dem Radweg begegnet“, berichtet die ADFC-Sprecherin. Das könne gefährlich werden. Hier seien von beiden Seiten mehr Disziplin und Toleranz notwendig. Am Wochenende sollte man sich genau überlegen, wo möglicherweise zu viele Menschen unterwegs seien. Bekannte Strecken wie entlang der Erft, der Niers und des Rheins sollten Radfahrer sonntags derzeit lieber meiden.

In Meerbusch und Umgebung könne man viele schöne Ziele entdecken. Auch über die Felder Richtung Willich und darüber hinaus gibt es viele Alternativen, empfiehlt der ADFC Meerbusch. Der Fahrradclub empfiehlt etwa die Skulptur „Tiger and Turtle“ im südlichen Duisburg, das weiße Dorf Friemersheim am Rhein, Burg Linn oder die Niepkuhlen bei Krefeld. Ab Willich könne man auch gut den Bahntrassenweg radeln. Wer genau hinschaut, sieht hübsche Weiher und Pferde auf der Koppel, aber auch Kunst in der Natur. „Mir ist positiv aufgefallen, dass auch die umliegenden Städte in Sachen Radwege nicht untätig sind“, ergänzt die ADFC-Sprecherin. So wurde ein schöner Radweg entlang des Krefelder Hafens gebaut, der den Deichweg hinter Nierst mit Uerdingen verbindet. Außerdem wird gerade der Fahrradweg zwischen Osterath und Willich, der früher schmal und buckelig und für Radfahrer eine wahre Herausforderung war, breit und komfortabel ausgebaut.

Info und Tracks zu Ausflugszielen unter der Telefonnummer 02159 80355.