1. NRW
  2. Städte
  3. Meerbusch

Meerbusch: Abschied von einem echten Bösinghovener Original

Meerbusch : Abschied von einem echten Bösinghovener Original

Mit Peter Bremes ist eines der großen Bösinghovener Originale am Mittwoch im Alter von 86 Jahren verstorben. Geboren wurde der Ehrenbrudermeister 1931 an der Latumer Mittelstraße. Als der aus Ossum stammende Vater den Landhandel Mey auf der Bösinghovener Straße übernahm, zog die Familie dorthin. Das noch sehr ländlich geprägte Dörfchen war ein Paradies für Kinder. Die Liebe zur Heimat und ihrer Geschichte blieb Peter Bremes, der als wandelnde Ortsgeschichte galt, jedenfalls sein Leben lang erhalten. In seine Schulzeit fiel der Zweite Weltkrieg. Trotzdem besuchte er bis zum Tod seiner Mutter 1944 zwei Jahre das heutige Moltke-Gymnasium in Krefeld, dann wieder die örtliche Volksschule und nach dem Krieg die Handelsschule in Krefeld.

Bei den Duisburger Mühlenwerken in Linn folgte eine Müllerlehre, und 1953 übernahm Bremes den elterlichen Betrieb nach dem Tod seines Vaters. Seine Frau Elisabeth lernte er in Fischeln kennen. Beide hatten von ihrem Haus aus den Betrieb und ihre beiden Kinder stets im Blick. 1975 entstand dort das Bösinghovener Lädchen, das der Nahversorgung der Einheimischen diente. Im Dorf war der stets herzliche und humorvolle Bremes ein Tausendsassa. Er gehörte der Feuerwehr an, wirkte Jahrzehnte im Martinskomitee (1953-1987), war über 40 Jahre Präsident eines Kegelklubs sowie im Vorstand der Ossumer Kapelle. Auch im Lanker Kirchenvorstand und im Pfarrgemeinderat vertrat er die Ossumer Interessen. Als Müller führte er durch die Geismühle, und auch die Kapelle als ältestes Gotteshaus im Stadtgebiet brachte er Besuchern nahe. Die Ortsbildpflege bereicherte der Heimatfreund nicht nur im Komitee "Schönes Bösinghoven", sondern ganz praktisch: Das Ehrenmal an der Kapelle und das Wegekreuz am Ortseingang reinigte er immer wieder. Im Heimatkreis Lank vertrat er sein Heimatdorf im Beirat und erhielt 2002 für sein Engagement die Jacobsleiter. Besonderes Herzblut widmete der agile Mann, der bis ins hohe Alter mit dem Fahrrad unterwegs war, seinen Schützen. Schon bei der Neugründung nach dem Krieg übernahm Bremes ein Vorstandsamt und war beim ersten Schützenfest 1962 Minister. 1979 folgte eine Zweite Amtszeit. 1987 beerbte er den Brudermeister Johannes Plenker und prägte 14 Jahre die St.-Pankratius-Bruderschaft.

(kun)