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Meerbusch: Abbiegen nur bei Ausbau

Meerbusch : Abbiegen nur bei Ausbau

Der Überweg an der Moerser Straße im Einmündungsbereich Büdericher Allee/Holbeinstraße soll sicherer werden. Darüber herrschte vor zweieinhalb Jahren Einigkeit im Bau- und Umweltausschuss.

Jetzt präsentierte die Verwaltung beschlussgemäß verschiedene Möglichkeiten, wie Schulkinder, Fußgänger und Radfahrer sicher über die L 137 kommen können — ohne eine mögliche Einbahnregelung für die Dorfstraße zu berücksichtigen. "Das schafft neue Verkehrsströme", kritisierte FDP-Sprecher Dr. Bernd Schumacher-Adams, der die beiden Projekte ungern isoliert voneinander betrachten möchte. Auch Winfried Schmitz-Linkweiler von Bündnis 90/Die Grünen wies auf die Dorfstraßenproblematik und die damit verbundenen Änderungen im Verkehrsfluss hin.

Schnelle Entscheidung

Ein Fass, das Planungsdezernent Dr. Just Gérard nicht öffnen wollte. "Die Planungen an der Moerser Straße sind unabhängig von der Dorfstraße zu betrachten", so der Dezernent unmissverständlich. Wichtig sei die große Achse an der Moerser-/Düsseldorfer Straße.

Die Verwaltung drängt. Sie würde das Projekt gern mit dem letzten Bauabschnitt zur Sanierung der L137 (von Dorfstraße bis zur Büdericher Allee, Beginn Anfang Januar) verbinden, damit nicht zweimal an der selben Stelle gebaut werden muss. "Wir müssen Straßen.NRW ein Signal geben", sagte Gérard. Bei der Auftragsvergabe an das Ingenieurbüro war die Dorfstraßen-Regelung aktuell nicht in der Diskussion. "Die Pläne können über verlängerte Ampelphasen angepasst werden", beschwichtigte Christian Fischer vom Ingenieurbüro.

Jetzt sind erst einmal die Politker am Zug. Sie haben knapp zwei Monate Zeit, sich zu beraten. Zur Diskussion stehen ein Fußgängerüberweg mit Ampel oder der komplette Ausbau der Kreuzung. Wenn die Kreuzung ausgebaut werden soll, müsste die Büdericher Allee im Einmündungsbereich verbreitert werden. "5,50 Meter Breite sind zu wenig", sagte der beauftragte Gutachter im Ausschuss. Bei einem Ausbau würden mehrere Parkplätze vor der Post wegfallen. Auch müsste die Ampel in Reihe mit der vorhandenen Ampelanlage geschaltet werden, damit auf der Moerser Straße keine Rückstaus entstehen.

Auch die Zufahrt zum Postparkplatz müsste bei einem Umbau neu geregelt werden. Sollten dort nur Rechtsabbieger zugelassen werden, könnte durch den Ausbau auch die Theodor-Hellmich-Straße stärker belastet werden.

Eine einfache Fußgängerampel über die Moerser Straße (versetzt Richtung Osterath) wäre die zweite Alternative. Allerdings könnte in diesem Fall keine Linksabbiegerspur (von Osterath kommend) in die Büdericher Allee eingerichtet werden. Vorteil in diesem Fall wäre, dass der Parkplatz vor der Post unangetastet bliebe. Gleichzeitig wachse bei einer Fußgängerampel die Staugefahr.

Das könnte durch eine Anforderungsampel gelöst werden. Auch die Frage, ob die Fahrradfahrer ohne Umbau ausreichend geschützt würden, warf Fischer auf. Beim Linksabbiegen in die Holbeinstraße (auf dieser Seite der Moerser Straße ist ein Zweirichtungsradweg) würden Fahrradfahrer möglicherweise übersehen.

(RP)