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Ab Freitag können Jugendliche aus Meerbusch mit dem Jugendtaxi fahren

Neues Angebot für junge Meerbuscher : Meerbuscher Jugendtaxi startet Freitag

Die Verwaltung testet das Angebot drei Monate. Das Konzept: Mit einem sogenannten Mitfahrschein bringen normale Taxen Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren zu bestimmten Zeiten innerhalb der Stadt zum halben Preis nach Hause.

(RP/ena) Den letzten Bus verpasst? Die nächste Bahn kommt erst in einer Stunde? Doch wie jetzt nach Hause kommen? Die Stadt Meerbusch will für solche Fälle Abhilfe schaffen und Jugendliche sicherer nach Hause bringen. Möglich macht dies das neue Meerbuscher „Jugendtaxi“. Der Jugendhilfeausschuss des Stadtrates hatte im Juni beschlossen, das Angebot in Meerbusch auszuprobieren. Die meisten Politiker hatten das Meerbuscher Modell damals gelobt und als „extrem wichtig“ bezeichnet. Und selbst die Skeptiker hatten am Ende erklärt: „Lasst es uns einfach mal ausprobieren.“

Offizieller Startschuss ist nun Freitag, 6. September. Nutzen dürfen das Taxi Jugendliche im Alter von 15 bis 17 Jahren – „allerdings nur für den Heimweg innerhalb des Stadtgebiets Meerbusch in den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag zwischen 23 und 3 Uhr“, sagt Frank Maatz, Jugenddezernent der Stadt Meerbusch. Das gleiche gelte vor gesetzlichen Feiertagen und nur nach Verfügbarkeit. Die Hälfte des Fahrpreises übernimmt die Stadt Meerbusch, die andere Hälfte muss der Fahrgast selbst zahlen.

Für das Jugendtaxi hat die Stadtverwaltung das Unternehmen „Taxi- und Mietwagen-Service Meerbusch“ gewonnen. Wer einen Wagen über Taxi Meerbusch ordert, muss bereits bei der Bestellung darauf hinweisen, dass er den speziellen Jugend-Service in Anspruch nehmen möchte. Dazu ist ein „Mitfahrschein“ nötig, der auf der Internetseite der Stadt (www.meerbusch.de) zum Herunterladen hinterlegt ist.

Auch die Fahrer halten die Scheine im Taxi bereit. Teenager unter 16 Jahren müssen zusätzlich eine Einverständniserklärung von ihren Eltern ausfüllen lassen. Der Vordruck ist ebenfalls auf der Seite meerbusch.de zum Download hinterlegt. Einfach im Suchfeld der Webseite „Jugendtaxi“ eingeben – dann finden sich alle nötigen Infos. Der 50-Prozent-Zuschuss der Stadt soll dann direkt an das Taxi-Unternehmen gehen, und zwar nachdem dieses eine Abrechnung und den Mitfahrschein vorgelegt hat.

Meerbuscher Jugendliche hatten sich mit dem Wunsch nach mehr Mobilität, vor allem in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende, an die Politik gewandt. Daraufhin setzte der Jugendhilfe-Ausschuss das Thema auf die Tagesordnung. In der Tat sind die Bus- und Bahnverbindungen zu später Stunde speziell in Richtung Lank und Rheingemeinden nicht optimal. Samstags ab Mitternacht verkehrt die Buslinie 830, die Büderich, Strümp und Lank verbindet, ab der Haltestelle „Forsthaus“ nur noch im Stundentakt. Die letzte Stadtbahn U76, die von Düsseldorf aus über Büderich, Haus Meer, Bovert und Osterath fährt, verlässt die Düsseldorfer Altstadt bereits um kurz nach ein Uhr.

Daher regelten viele Familien den Nachhauseweg ihres Nachwuchses bislang meist selbst. Das Jugendtaxi wird nun als zusätzliches Angebot zunächst für drei Monate getestet, um Bedarf und Nachfrage zu ermitteln. Die potenzielle Nutzerzahl fürs Jugendtaxi lag Ende Juni in Meerbusch bei 1651 Personen: In Büderich wohnten zu diesem Zeitpunkt 618 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren, in Osterath 406, in Lank-Latum 290, in Strümp 185, in Ilverich 21, in Langst-Kierst 37 , in Nierst 36 und in Ossum-Bösinghoven 58.