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Meerbusch: 32 neue Busbegleiter für Meerbusch

Meerbusch : 32 neue Busbegleiter für Meerbusch

Die jungen Ehrenamtler sollen für mehr Sicherheit in Bussen sorgen – am Mittwoch haben sie ihren Dienst angetreten

Die jungen Ehrenamtler sollen für mehr Sicherheit in Bussen sorgen — am Mittwoch haben sie ihren Dienst angetreten

Diese Entscheidung fiel Julian nicht schwer. Seine Schwester hat ihm von der Arbeit als Busbegleiter erzählt, und so entschied sich auch der 14-Jährige dazu, sich als Helfer zu engagieren. Julian ist einer von 32 Achtklässlern aller weiterführenden Schulen in Meerbusch, die gestern ihren Dienst angetreten haben. Als Zeichen der erfolgreichen Ausbildung bekamen sie am Meerbusch-Gymnasium den Busbegleiter-Ausweis und eine Urkunde überreicht. Ihre Aufgabe: Zu zweit in den Bussen das Geschehen beobachten und Streitigkeiten schlichten. Zugleich sind sie Ansprechpartner für die Busfahrer.

Bevor sich die Jugendlichen Busbegleiter nennen konnten, wurden sie von Polizei und Rheinbahn geschult. An zwei Tagen trafen sich die Schüler auf dem Betriebshof der Rheinbahn im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt. Dort brachten ihnen unter anderem Ina Baumann, Leiterin verkehrspädagogische Projekte bei der Rheinbahn, und Franz-Josef Baumeister, Verkehrssicherheitsberater der Polizei, bei, wie man Verantwortung und Zivilcourage zeigt, Unfallursachen vorbeugt und sich richtig bei Notfällen verhält. In Rollenspielen probten die Schüler auch, wie sich anbahnende Konflikte entschärfen lassen. "Die Jugendlichen waren richtig engagiert und haben sehr gut mitgemacht", sagte Baumeister. Und auch die Schüler geben ihren Ausbildern ein gutes Zeugnis. "Die praktischen Übungen haben mir am meisten Spaß gemacht", sagte die zwölfjährige Lilli.

Seit dem Projektstart 2002 wurden 423 Schüler der Maria-Montessori-Gesamtschule, des Mataré Gymnasiums, des Meerbusch-Gymnasiums, der Gemeinschaftshauptschule Osterath und der Realschule Osterath zu Busbegleitern ausgebildet. 100 von ihnen sind ständig in Rheinbahn-Fahrzeugen im Einsatz. Diese weite Abdeckung ist im Verbreitungsgebiet der Rheinbahn nach Angabe des Verkehrsunternehmens einzigartig. Detlef Krügel, Fachbereichsleiter für Schule, Kultur und Sport bei der Stadt Meerbusch, stellte gestern die Kontinuität des Projekts in den Vordergrund. Bereits der zwölfte Schülerjahrgang hat sich in diesem Jahr freiwillig zu Busbegleitern ausbilden lassen. Auf dieses Engagement sei er stolz.

Die 423 Meerbuscher Busbegleiter sind der sichtbarste Teil der Verkehrsprävention. In anderen Projekten (siehe Kasten) wurden seit dem Jahr 2000 etwa 12140 Schüler geschult. "Meerbusch kümmert sich vorbildlich um die verkehrspädagogische Ausbildung seiner Schüler", heißt es bei der Rheinbahn. Lob an die Adresse der Stadt gab es gestern auch von Rheinbahn-Marketingleiterin Chantal Kleine: "Meerbusch bietet seinen Schülern an allen weiterführenden Schulen die Trainings an."

Nach Angaben der Rheinbahn haben diese Maßnahmen Erfolg: Sie führten zu weniger Unfällen mit Kindern im öffentlichen Personennahverkehr und zu geringeren Schäden durch Vandalismus.

(RP)