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Meerbusch: 120 Dezibel gegen Einbrecher

Meerbusch : 120 Dezibel gegen Einbrecher

Das Büdericher Sicherheitsunternehmen Protection One hat gerade 3,5 Millionen Euro Gewinn gemacht, 14 neue Mitarbeiter eingestellt und wächst weiter. In fünf Jahren soll der Jahresumsatz bei 50 Millionen Euro liegen.

BÜDERICH Die Zahl der Firmeneinbrüche steigt rasant. Angesichts hoher Rohstoffpreise haben es Kriminelle zurzeit besonders auf Metalle abgesehen. Im Gegenzug wächst das Bedürfnis nach besserem Schutz — und davon profitieren Firmen wie Protection One. Die Büdericher Sicherheits-Experten konnten im vergangenen Jahr ihren Umsatz um 13 Prozent auf 21,9 Millionen Euro steigern. In vier bis fünf Jahren peilt der Geschäftsführende Gesellschafter Martell Schilling sogar die 50-Millionen-Marke an.

Schilling setzt auf Psychologie. Er schätzt gewöhnliche Einbrecher als nervöse Gesellen ein, immer darauf bedacht, schnell, ungestört und ohne Zeugen ihre Beute einzusammeln. Diese angespannte Situation der Kriminellen macht sich die Firma zunutze. In den Räumen von rund 10 000 Gewerbekunden haben die Büdericher Mikrofone und zum Teil Kameras installiert, mitsamt Gegensprechanlage.

Laute Fragen von der Leitstelle

Wird Alarm ausgelöst, fordert die Protection-One-Leitstelle mit 120 Dezibel den potenziellen Eindringling energisch auf, sich zu legitimieren — und verständigt gegebenenfalls die Polizei. In 92 Prozent der Fälle würden die überraschten Einbrecher sofort Reissaus nehmen, sagt Schilling. Durch Mikros und Kameras könne schnell festgestellt werden, ob ein Fehlalarm vorliege. Der Aufwand, Sicherheitskräfte nachsehen zu lassen, entfällt.

Zu den Kunden gehört auch die Stadt Meerbusch, für die Protection One die zehn Grundschulen überwacht. Im vergangenen Schuljahr hatte es dort 20 Einbrüche gegeben. "Seitdem gab es nur einen Einbruchsversuch, die Täter konnten wir vertreiben", so Schilling.

Als Neukunden haben die Büdericher nun die Betreiber von schwer zu bewachenden Außenflächen (etwa Auto- oder Schrotthändler) im Visier. "Eine akustische und optische Fernüberwachung von Betriebshöfen wäre deutlich effektiver als eine Sicherung durch Stacheldraht, Bewegungsmelder und Scheinwerfer", sagt Schilling.

Auch so genannte "Paniksender" werden gerade entwickelt. Das sind Geräte, mit denen sich gefährdete Personen direkt mit der Leitstelle in Verbindung setzen und sich exakt orten lassen können. Gerne würde das Unternehmen auch weitere Schulen und Kitas in sein Programm aufnehmen, "aber die Entscheidungswege im öffentlichen Bereich sind sehr verschlungen", so Kristina Schilling, die das Projekt betreut.

Stolz ist Firmenchef Schilling darauf, dass Protection One bei der Aktion "Deutschlands beste Arbeitgeber" (unter anderem getragen vom Bundesarbeitsministerium und der Uni Köln) unter die besten 100 gekommen ist.

(RP)