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Meerbusch: 1193 Ideen für ein besseres Meerbusch

Meerbusch : 1193 Ideen für ein besseres Meerbusch

Vier Wochen lang haben die Meerbuscher ihre Anregungen zur Stadtplanung gegeben. Das Projekt Wikimap wird heute Abend beendet. Die bislang 1193 gesetzten Fähnchen bleiben aber zu sehen. Jetzt wird ausgewertet

429 Meerbuscher haben ihre Meinung gesagt. Ganz klar und deutlich, oft direkt kontrovers mit anderen im Ort, die die Internetplattform Wikimap ebenfalls nutzten. "Bei einigen haben wir sogar darum gebeten, dass sie ihre hitzigen Kommentare gegen andere ändern", so Marc Lucas Schulten vom Büro SSR aus Dortmund. Das seien aber nur Einzelfälle gewesen. Im Großen und Ganzen seien die 1193 Beiträge der Meerbuscher sachlich und fachlich geblieben.

Vor vier Wochen hatte die Stadt das Projekt "Meerbusch 2030" gestartet. In dieser Zeit konnten alle Bürger Anregungen geben, sagen, wo sie etwas geändert haben wollen. Egal, ob es eine Durchfahrtstraße, eine neue Sitzbank und mehr Bahn- und Buslinien waren. Die Hälfte aller Einträge wurde zum Thema Mobilität abgegeben, insgesamt 472. Auf Platz zwei standen die Themenfelder rund ums Wohnen (326), danach folgten die Kapitel Natur (183), Einkaufen (115), Soziales und Gesellschaft (68) und Arbeit und Bildung (29).

Marc Lucas Schulten und sein Team haben die Altersstruktur der Nutzer analysiert: "Drei Viertel aller Nutzer gehörten zur Gruppe der 30- bis 65-Jährigen, die vermutlich berufstätig sind." Überraschend wenig seien aus der Gruppe der unter 30-Jährigen dabei gewesen. "Vielleicht interessieren die sich nicht für Stadtplanung." Zwei 80-Jährige haben mitgemacht, drei zwischen elf und 18 Jahren und sogar elf, die gar nicht in Meerbusch wohnen. Schulten weiß: Es haben sich zwar 493 Meerbuscher gemeldet und fast 1200 Kommentare abgegeben, "aber das heißt auch: 54 500 Meerbuscher haben nicht mitgemacht". So richtig repräsentativ seien diese Gesamtstimmen dann nicht, könnten aber trotzdem einen Überblick über aktuelle Probleme in den Stadtteilen geben. "Trotzdem ist das ein guter Wert, den wir hier in den vier Wochen erreicht haben." Aber auch in diesem Fall habe Wikimap wieder einmal gezeigt: "Es ist alles nicht so einfach." Heißt: Es gibt nicht nur die eine Bürgermeinung, sondern zu jedem Thema mehrere. So wollte der eine die Dauerparker vom Dr.-Franz-Schütz-Platz vertreiben und wurde direkt im Netz kritisiert. "Dann stehen diese Autos ja in den Wohngebieten rum." Schultens Botschaft: "Dann muss die Politik eben eine Entscheidung treffen, die dann aber nicht allen gefällt." Jetzt werden alle Anregungen aus Lank, Strümp oder Büderich tabellarisch anonymisiert ausgewertet und den Fachbereichen übergeben. Dann könnten die Experten im Rathaus klären, ob unter den Ideen welche sind, die sich schnell und unbürokratisch erledigen lassen oder welche, die sowieso schon in Planung sind.

Am letzten Wochenende im Oktober findet eine so genannte Zukunftskonferenz statt, bei der an zwei Tagen Politiker, Geschäftsleute und Bürger weitere konkrete Ideen entwickeln sollen. Schulten: "Bei allem geht es ja um die eine Frage: Was ist Meerbusch, was macht die Stadt aus?"

(RP)