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11 Millionen Euro Schaden: mutmaßliche Steuerbetrüger aus Meerbusch

Prozess am Landgericht Düsseldorf : Zigarettenschmuggler aus Meerbusch vor Gericht

Fünf Männer aus Meerbusch, Mönchengladbach und Polen müssen sich ab dem 9. November vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Das Quintett soll Zigaretten aus Polen nach Deutschland am Fiskus vorbei geschmuggelt haben. Ihnen drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis.

(mape) Fünf Männer aus Meerbusch, Mönchengladbach und Polen müssen sich ab Dienstag, 9. November, vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Das Quintett soll Zigaretten aus Polen nach Deutschland am Fiskus vorbeigeschmuggelt haben. Insgesamt geht es um hunderte Millionen Zigaretten und einen Steuerschaden von über elf Millionen Euro.

Rückblick: Am 10. November 2020 hatten Fahnder des Hauptzollamts in Bielefeld in einem polnischen Lastwagen über 3,5 Millionen Zigaretten sichergestellt. Die gut 17.000 Stangen waren unversteuert und unverzollt aus Polen nach Deutschland gekommen und wohl für den Weitertransport nach Belgien vorgesehen. Anschließend entschlossen sich Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaft, Wohnungen und Lagerhallen in Meerbusch, Krefeld, Düsseldorf, Mönchengladbach und Tönisvorst zu durchsuchen. Die Ermittler konnten hier 120.000 Euro Bargeld, weitere Zigaretten und Schießkugelschreiber feststellen – fast schon wie in einem „James Bond“-Film. Mehrere Männer polnischer Herkunft wurden damals in Meerbusch und Umgebung festgenommen.

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Ihnen soll nun in Düsseldorf in einem wahren Mammutverfahren der Prozess gemacht werden. Fast 40 Verhandlungstage sind angesetzt, laut Ermittlungen sollen die fünf Angeklagten im Alter zwischen 40 und 52 Jahren Millionen von Zigaretten aus Osteuropa quer durch Deutschland geschmuggelt haben. Die Ware soll laut Anklage für den Weiterverkauf in Belgien vorgesehen sein.

Hintergrund des Zigaretten-Schmuggels: In Polen kostete die Stange Zigaretten zum Zeitpunkt der Festnahme rund 30 Euro, in Belgien oder Großbritannien zum Teil 100 Euro oder mehr. Pro Stange soll die Bande mindestens neun bis zwölf Euro illegal verdient haben, zum Teil laut Staatsanwaltschaft auch deutlich mehr. Den Angeklagten drohen nun bis zu zehn Jahre Gefängnis. Sollte das Gericht die jetzt bereits vorgesehenen Verhandlungstage allesamt benötigen, wäre mit dem Ende frühestens im April 2022 zu rechnen.