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Meerbusch: 1000 Kilometer bis Haus Meer

Meerbusch : 1000 Kilometer bis Haus Meer

Bodo Staiger kümmert sich in seinem Rheinklang-Tonstudio um das Rockprojekt der Hauptschule Osterath und will bis Ende des Jahres den Hit der Band "Luxuslärm" mit neuem Text aufnehmen.

Bodo Staiger kennt sie alle – die Rockgrößen aus Düsseldorf: Mit Marius Müller-Westernhagen hat er in einer Band gespielt; Karl Bartos von Kraftwerk ist sein langjähriger Freund; Air-Berlin-Chef Achim Hunold hat ihm als Roadie der Band "Harakiri Whoom" die Gitarre hinterhergetragen, und Produzentenlegende Conny Plank (unter anderem U2, Gianna Nannini und Eurythmics) begleitete seinen kommerziellen Erfolg mit der eigenen Formation "Rheingold".

Jetzt arbeitet der 61-jährige Derendorfer, der in den 70ern in Büderich an der Moerser Straße in einer Wohngemeinschaft gelebt und zehn Jahre lang seine Brötchen als Lehrer in der Städtischen Musikschule verdient hat, mit Schülern der Hauptschule an einem Rockprojekt. Das Ziel aller Anstrengung besteht darin, am Ende des Schuljahres das Lied "1000 Kilometer bis Haus Meer" in seinem Tonstudio "Rheinklang" aufzunehmen. Die Erlaubnis der Chartstürmer von "Luxuslärm" liege vor, deren Hit mit geändertem Text auf einem Tonträger zu speichern, berichtet Uli Luciano. Der Lehrer an der Schule in Osterath hat den Anstoß zu dem Projekt gegeben, das von der Volksbank Meerbusch und dem Verein Rock am Turm unterstützt wird. Luciano, der sich früher als Schlagzeuger in der Szene der Landeshauptstadt und später als Texter von Herbert Grönemeyer und Jürgen Drews einen Namen gemacht hat, kümmert sich selbst oder mit Hilfe von Freunden um die Übungsstunden für Drummer Lars, Saxofonistin Franka und Bassist André. Staiger öffnet seit November seine Studiotüren an der Corneliusstraße und paukt mit den Sängerinnen Verena und Vicky und den Gitarristen Nicolas und Adrian die Grundlagen. "Das macht Riesenspaß und erinnert mich an alte Musikschulzeiten", berichtet Staiger. Theorie und Gehörbildung zählen ebenso zum Ausbildungsrepertoire wie das Einstudieren von Akkorden, die "in dem relativ anspruchsvollen" Stück vorkommen. "Das Wichtigste für mich ist es zu sehen, wie motiviert und engagiert die Truppe ist", erklärt der Vater zweier erwachsener Kinder zufrieden. Irgendwie sind die Räume des Rheinklangstudios schließlich so etwas wie heilige Hallen der Musik. Noch unter dem Namen Skyline Studios nahmen dort auch "Die Toten Hosen" mit Frontmann Campino auf.

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Bodo Staiger zählte in den 80er Jahren mit Rheingold selbst zu den Vorzeigebands der Landeshauptstadt. "Wir haben 'ne Menge Platten verkauft", sagt er. "Dreiklangdimensionen" und andere Songs rückten in die Charts. Die Musikpresse charakterisierte "Rheingold" als Wegbereiter der Neuen Deutschen Welle. Doch damit kann sich der 61-Jährige bis heute nicht anfreunden. Refrains wie "dann mach mir doch 'nen Knutschfleck", das sei "Kindergarten ohne Anspruch" gewesen.

(RP)