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Meerbusch: 1000 Ideen fürs Buretheater

Meerbusch : 1000 Ideen fürs Buretheater

Nach zehnjähriger Pause feiert Peter Pütz ab 7. Oktober in dem Stück "Dör an Dör möt Döres" sein Comeback als Schauspieler. Die Vorbereitungen für die 19 Aufführungen im Forum Wasserturm haben begonnen. Karl Schmalbach hat die Gesamtleitung.

Noch sei Zeit bis zur Premiere, doch kurz vor Schluss bekämen seine Darsteller meist Muffensausen und wollten mehr proben, berichtet Karl Schmalbach. Den 83-Jährigen kann nichts mehr erschüttern. Fast 30 Jahre lang unterhält das Lotumer Buretheater das Publikum mit seinen Mundartstücken und lockt regelmäßig gut 6000 Besucher ins Forum Wasserturm. Schmalbach war immer dabei; als Schauspieler, Regisseur, Übersetzer und Autor.

Das Buretheater in Aktion Foto: H. Jazyk

Inzwischen hat der unermüdliche Heimat- und Theaterfreund sein Feld bestellt. "Ich sitze bei den Proben nur noch in den Zuschauerrängen und verbessere die Aussprache fürs niederrheinische Platt", berichtet er. Die eigentliche Arbeit machen mittlerweile andere: Friedhelm Engels zum Beispiel führt Regie. Jochen und Willi Beeck kümmern sich ums Bühnenbild. Rainer Skerhut beschafft die Requisiten. Die Aufgaben sind an ein verlässliches Team verteilt.

Die Gesamtleitung — und das lässt sich der vielfach ausgezeichnete Theatermann nicht nehmen — liegt nach wie vor in Schmalbachs Händen. Ermüdungserscheinungen sind bei dem Lank-Latumer nicht auszumachen. 1000 Ideen schwirren in seinem Kopf. Zwar hält er das Repertoire an Stücken des Buretheaters für ausreichend, gleichwohl vermittelt er den Eindruck, unentwegt Stoff für weitere Fassungen rheinischen Frohsinns aus seiner Feder zu sammeln.

Schmalbach erzählt von einem bekannten Meerbuscher, der gleichsam den Viagra-Tod starb, und von Gruppendynamiken, die maßgeblich durch Frauentausch beeinflusst sind. Und dabei wirkt er so, als erlebte er die Szenen und geplanten Lacher vor seinem geistigen Auge. Schmalbach ist ein Schlitzohr mit Ambitionen. Er will aufklären, belehren und informieren, am liebsten zu Themen mit lokalhistorischen Bezügen von Politik bis Klatsch und Tratsch. Ab 7. Oktober kommt nun "Dör an Dör möt Döres" 19 Mal auf die Bretter. 1992 hat das Buretheater das "Problemstück" in drei Akten zum ersten Mal gespielt.

Nach zehnjähriger Pause ist das Ilvericher Original Peter Pütz als Darsteller wieder dabei. Das schauspielerische Naturtalent übernimmt die Rolle des Uwe Bräsig und dürfte mit der kongenialen Liesel Beeck als Paula Poezges ein wahres Gagfeuerwerk abliefern. Schmalbach hat dafür das Buch eigens aktualisiert und spielt mit Radiodurchsagen wie "Und hier noch eine Warnmeldung der Polizei: In Meerbusch-Osterath brennen wieder einige Autos.

Die Stadt hat daher die Straßenbeleuchtung wegen Überbelichtung bereits abgeschaltet" kritisch auf lokale Ereignisse an. Dass am Ende die Zeit für die Proben doch eng wird, ist eine Weisheit, die sich sogar bei den Zuschauern herumgesprochen hat. "Viele Stammbesucher kommen gar nicht mehr zur Premiere, sondern warten, bis wir das Stück vier- bis fünfmal gespielt haben", berichtet Schmalbach. Er denke deshalb daran, für die Premiere Freikartenaktionen zu starten, damit das Haus nicht ausgerechnet beim Start nur zum Teil besetzt sei. Vor diesem Szenario macht sich dann auch bei Schmalbach so etwas wie Muffensausen bemerkbar.

(RP)