Leverkusen: Zwei Meter langer Raubfisch im Hitdorfer See

Leverkusen : Zwei Meter langer Raubfisch im Hitdorfer See

Gleich mehrere Riesenwelse tummeln sich im Hitdorfer See. Allerdings nicht im Bade-, sondern im Stöckenbergsee. Dort aber baden die Leverkusener auch gerne. Für Menschen sind die Tiere ungefährlich.

Der Wels ist Europas größter Süßwasserfisch. Der Koloss wird bis zu zwei Meter lang und bis zu 50 Kilogramm schwer. Der Raubfisch hat ein gigantisches Maul - es misst ein Fünftel seiner Körpergröße. Als "schnuckelig" kann man den Riesen-Fisch nicht bezeichnen. Kein Wunder also, dass Taucher, die den Mega-Fisch vor die Linse bekommen, diese Fotos sofort ins Internet stellen. Und so findet man auch Bilder eines eindrucksvollen Wels-Exemplars, das im Hitdorfer See schwimmen soll, im weltweiten Netz.

"Den Wels gibt es, sogar mehrere seiner Sorte, sie sind fast zwei Meter lang", bestätigt Friederike Kremer-Obrock. Die leidenschaftliche Taucherin fertigt für das Leverkusener Umweltamt Unterwasser-Gutachten an und weiß, wovon sie spricht.

Mit einem der Hitdorfer Kolosse hat die 46-Jährige schon eine persönliche Begegnung gehabt: "Die Welse sind eigentlich nacht- und dämmerungsaktive Raubfische", sagt Kremer-Obrock. "Sie liegen stumm und starr auf dem Grund des Sees oder zwischen untergegangenen Ästen. In der Paarungszeit aber kommen sie auch tagsüber nah an die Wasseroberfläche. Und ein Taucher in seinem schwarzen Anzug wird da zumindest neugierig beäugt." Gefährlich für den Menschen sind die Riesen-Welse nicht.

Eins will Kremer-Obrock aber unbedingt klarstellen: "Im eigentlichen Hitdorfer See gibt es keine Welse. Die leben im benachbarten Stöckenbergsee." Dort ist das Schwimmen eigentlich verboten, das Gewässer ist Trinkwasserschutzgebiet. "Das hält nur leider nicht alle ab", sagt die 46-Jährige.

Eine Gefahr durch die Kolosse mit den knorpeligen Barthaaren bestehe für die Schwimmer zwar nicht, "die Welse würden abhauen", erklärt Kremer-Obrock.

Trotzdem: Wenn die Zwei-Meter-Raubfische im Mai zum Beutezug auch mal gerne bis an die Wasseroberfläche kommen, ist Vorsicht geboten, denn sie ernähren sich nicht immer ausschließlich von Fischen: "Die Welse schnappen sich auch Wasservögel wie beispielsweise Enten."

Berühmte "Ungeheuer aus der Region finden Sie hier. In Mönchengladbach hält sich weiterhin die Legende, einer der schuppenlosen Riesen-Fische habe im Volksgarten-Weiher einen Dackel-Welpen in die Tiefe gezerrt. 14 Angler, die sogar Klumpen aus Hühnerleber auf ihre Angelhaken spießten, versuchten, den Wels aus dem Weiher zu holen - vergebens.

Auch im Fühlinger See gibt es Zwei-Meter-Welse, weiß Kremer-Obrock. Angeln sollte man die aber nicht, denn: "Die schmecken nicht. Und wo soll man so ein Riesen-Ding auch unterbringen?", sagte die 46-Jährige.

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(ila/jco/csi/top/das/rl)