Was wird aus Leverkusener Warenhaus? Modekette Aachener meldet Insolvenz an

Leverkusen · Die Modekette Aachener hat Insolvenz angemeldet. Das meldet das Handelsblatt unter Berufung auf Mitarbeiterkreise. Damit wird ein Einstieg der Kette im früheren Kaufhof-Gebäude Leverkusen unwahrscheinlicher.

 Der Einzug der Modekette Aachener ins frühere Kaufhof-Gebäude wird immer unwahrscheinlicher.

Der Einzug der Modekette Aachener ins frühere Kaufhof-Gebäude wird immer unwahrscheinlicher.

Foto: Uwe Miserius

Der seit Anfang der Woche amtierende Geschäftsführer von Aachener, Oliver Nobel, informierte laut Handelsblatt die mehr als 360 Mitarbeiten des Unternehmens am Donnerstag nach dem Insolvenzantrag zur Lage des Unternehmens. „Nach aktuellem Stand der Dinge ist nicht mehr sichergestellt, dass wir fällige Verbindlichkeiten noch termingerecht und vollständig begleichen können“, heißt es in dem Schreiben an die Mitarbeiter, das dem Handelsblatt vorliegt. Nobel müsse nun gemeinsam mit dem zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellten Christoph Schulte-Kaubrügger die Lage der „TEH Textilhandel GmbH“ managen, heißt es weiter. Firmengründer Friedrich-Wilhelm Göbel ist seit Monatsanfang auf der Flucht vor den Behörden.

Es gebe „Möglichkeiten für eine Sanierung der TEH und die Fortführung des operativen Geschäfts“, zitiert das Handelsblatt Schulte-Kaubrügger. Die acht Bestandsfilialen von Aachener sollen weiter geöffnet bleiben. Rund 280 Mitarbeiter sind dort derzeit beschäftigt.

Unsicherer ist die Lage bei den noch nicht eröffneten Filialen, darunter die in Leverkusen . Sechs ehemalige Galeria-Standorte hatte TEH angemietet und rund 90 frühere Mitarbeiter von Galeria eingestellt. Für die anderen Standorte werden nun „die Möglichkeiten einer gegebenenfalls zeitnahen Eröffnung geprüft“.

Hintergrund: Anfang November war Aachener-Gründer Friedrich Göbel nicht zu einer Gerichtsverhandlung erschienen, in der es um falsche Angaben unter Eid zu seinem Einkommen ging, die Göbel 2020 gegenüber einem Gerichtsvollzieher gemacht haben soll. Göbel ist offenbar weiterhin untergetaucht, hatte den Mitarbeitern zwischenzeitlich versichert, Ziel müsse sein, die neuen Aachener-Filialen zu eröffnen. Ursprünglich sollte Aachener im September in Wiesdorf eröffnen, später hieß es „im Herbst“.

Nun wird die Zukunft des früheren Kaufhof-Hauses noch ungewisser. Fakt ist: Für den Wiesdorfer Warenhaus-Bau ist zwischen dem Immobilienunternehmen DIC Asset (seit Oktober Branicks) und Aachener Modehaus ein Mietvertrag über zehn Jahre vereinbart worden. Den hat die Stadt nun mit übernommen und rechnet mit Vertragserfüllung vonseiten Aachener.

Vergangene Woche war die Tinte unter dem Vertrag zwischen Branicks und der Stadt zur Übernahme der Kaufhof-Immobilie trocken geworden. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Die Politik hatte für den Kauf der Gründung einer Tochtergesellschaft der Stadtteilentwicklungsgesellschaft SWM, also eines Enkelunternehmens der Stadt, zugestimmt, das für Kauf und Management des Gebäudes zuständig und mit rund zwölf Millionen Kapital ausgestattet ist.

(bu/LH )
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