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Leverkusen-Schlebusch: Zug so sympathisch und friedlich wie lange nicht

Leverkusen-Schlebusch : Zug so sympathisch und friedlich wie lange nicht

Polizeihauptkommissar Edmund Mäder ist begeistert: "Einen so friedlichen und sympathischen Karnevalszug habe ich in Schlebusch seit zehn Jahren nicht erlebt."

Die Polizeibamten mussten nur fünf Platzverweise aussprechen. Dazu kamen drei Anzeigen wegen einer Körperverletzung, einer Bedrohung und einer Beleidigung. Dies liege deutlich unter den Einsatzzahlen früherer Jahre, sagte der Einsatzleiter am Samstagabend.

Die Zuschauerzahl wurde auf bis zu 45.000 Besucher geschätzt. Die Stadt Leverkusen ließ vor dem Karnevalsumzug sieben Fahrzeuge abschleppen. Am Freitag waren es beim Hitdorfer Zug noch 24 Fahrzeuge. Auch die Sanitäter und Ärzte hatten im "ahlen Dorp" relativ wenig zu tun: Am Zugrand gab es nur sieben kleinere Verletzungen zu behandeln, sieben Personen mussten ins Krankenhaus gefahren werden. Deutlich weniger als in früheren Jahren.

Allein am vergangenen Weiberfastnacht waren es 30 betrunkene junge Leute, die in die zuständige Schlebuscher Kinderklinik gebracht werden mussten. Einige waren schon im Koma, fast alle Betrunkenen mussten stationär aufgenommen werden. Ein 16-Jähriger hatte drei Promille im Blut.

Die Rettungskräfte mussten an Wieverfastelovend sogar notfallmäßig einen Behandlungsstützpunkt nahe des Schlebuscher Lindenplatzes aufbauen, "weil die Jugendlichen umfielen, wie die Fliegen", sagte ein Polizeibeamter am Donnerstag. Da wurde es mit der Kapazität an Rettungswagen schon mal eng.

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Glasverbot wirkte

Viele kleine Maßnahmen hätten am jetzigen Samstag beim Schlebuscher Zug zum guten Verlauf geführt, analysierte der Polizeieinsatzleiter. Das Glasverbot für Schlebusch-Mitte wirkte. Für den Schliebescher Zoch wirkte sich wahrscheinlich auch positiv aus, dass Fußball-Bundesligist Bayer 04 in Mönchengladbach spielen musste. Da waren eben viele (Fußball-)Fans, die bei Karnevalszügen gerne mal eine Prügelei anzetteln, weit weg von Schlebusch unterwegs.

Die Polizeibeamten zeigten am Zugrand allerdings auch vor allem an den Stellen Präsenz, wo viele junge Leute standen. Über "Gefährderansprachen" mahnten die Beamten vorsorglich die potenziellen Störer, friedlich zu bleiben. Man habe sie im Auge.

So blieb es selbst am Brennpunkt "Lindenplatz" tatsächlich deutlich ruhiger als sonst, zumal das Glasverbot für Schlebusch-Mitte vom Ordnungsamt und den Security-Leuten relativ konsequent durchgesetzt wurde. Wer mit einer Glasflasche innerhalb der Verbotszone erwischt wurde, konnte mit Bußgeld und Platzverweis rechnen.

Einsatzleiter Mäder lobte auch die enge und seit Jahren gepflegte Zusammenarbeit zwischen Polizei und Stadt Leverkusen. Alles zusammen habe geholfen, dass es erheblich weniger Einsätze gegeben habe. Der Schlebuscher Schull- un Veedelszoch 2013 bleibt als karnevalistischer Sympathieträger im Gedächtnis.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Bunter Zug durch Leverkusen-Schlebusch

(jco/top)