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Leverkusen/Rhein-Berg: Zu wenig Stellen für zu viele Jugendliche

Leverkusen/Rhein-Berg : Zu wenig Stellen für zu viele Jugendliche

Der Doppel-Abiturjahrgang strömt mit einem Jahr Verspätung auf den Ausbildungsmarkt. In Leverkusen und inRhein-Berg sollen Unternehmer jetzt mehr Ausbildungsplätze schaffen und nicht nur nach den Zeugnissen gucken.

Sie kommen spät, aber sie kommen jetzt: Mit einem Jahr Verzögerung strömt ein großer Teil der Jugendlichen aus dem Doppel-Abitur des Jahres 2012 jetzt auf den Ausbildungsmarkt in Leverkusen und im Rheinisch-Bergischen Kreis. Das stellt Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln, Kreishandwerkerschaft und die Agentur für Arbeit gleichermaßen vor ein Problem: zu viele Jugendliche für zu wenige Ausbildungsplätze.

In Zahlen bedeutet dies: In Leverkusen sind aktuell nur 671 Ausbildungsstellen gemeldet für 840 Jugendliche. Im Rheinisch-Bergischen Kreis suchen noch 1154 junge Menschen Ausbildungsplätze. Aber die Unternehmen haben bis dato nur 745 Ausbildungsplätze gemeldet. Diese Zahlen beziehen sich aber nur auf die dem Arbeitsamt vorliegenden freien Plätze und ausbildungssuchenden Jugendlichen.

Stefan Krause, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit in Bergisch Gladbach, und Marcus Otto von der Kreishandwerkerschaft Rhein-Berg/Wupper appellieren deshalb gleichermaßen an die regionalen Unternehmen, noch mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. "Denn die Betriebe müssen an ihre Zukunft denken und dem Fachkräftemangel entgegenwirken. So viel Auswahl wie im Moment werden sie bald nicht mehr haben", prognostiziert Krause. Denn es sei nur eine momentane Schwemme an Schulabgängern zu verzeichnen, in Zukunft werde man eher mit der gegenteiligen Entwicklung zu tun haben. Alexander Uhr von der IHK rät den jungen Leuten, über eine klassische Lehre nachzudenken: "Eine solide Berufsausbildung ist immer besser als ein Studium, das einem dann doch nicht so liegt und dass dann abgebrochen wird", gibt Uhr zu bedenken. "Für Abiturienten, die sich jetzt für eine Berufsausbildung im Handwerk entschließen, stehen dann immer noch die Möglichkeiten eines dualen Studiums offen", betont Otto. Krause verhehlt nicht, dass die Schere zwischen den Ausbildungsplatzangeboten und der Zahl der Bewerber zunächst noch weiter auseinanderklaffen kann. Denn der Trend werde sich erst zum Sommer hin noch verfestigen.

Eines sei aber klar: Beide Seiten müssten Flexibilität aufbringen. Für die Bewerber hieße dies, auch offen zu sein für Berufe, die zunächst nicht als erste Wahl erschienen. Die Unternehmer seien gut beraten, nicht nur nach den Zeugnissen, sondern auch nach menschlichen Qualitäten wie Verlässlichkeit und Fleiß zu gucken.

(RP)