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Leverkusen: Zu teuer - die Laternen bleiben an

Leverkusen : Zu teuer - die Laternen bleiben an

Alle städtischen Straßenlaternen sollen zwischen ein und fünf Uhr nachts abgeschaltet werden. Ausnahme: Die Beleuchtung wichtiger Kreuzungen und gefährlicher Straßenabschnitte. Das fordert die Bürgerliste (wir berichteten). Ziel: Die Sanierung des städtischen Haushaltes.

Der ADAC findet: "Klar, damit kann man sowohl Kosten als auch CO2 sparen — an Kreuzungen aber muss immer eine minimale Restbeleuchtung sichergestellt sein. Und dunkle Straßen haben Auswirkungen auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Anwohner", sagt Roman Suthold, Leiter Verkehr und Umwelt beim Automobilclub.

Nur 36 LED-Leuchten

Prinzipiell gelte: "Die Zeiten der 1960er, in denen die Straßen gut ausgeleuchtet sein mussten, damit man am Straßenrand parkende Fahrzeuge sehen kann, sind vorbei. Heute haben alle Pkw gut reflektierende Scheinwerfer."

Zum Thema Kosten könne man sich anschauen, was die Stadt Wuppertal gemacht habe, sagt Suthold. Mit Hilfe des Konjunkturpaketes II hat die Stadt der Schwebebahn die "energetische Erneuerung der Straßenbeleuchtung" in Angriff genommen: 7000 Mast- und Hängeleuchten wurden erneuert, der CO2-Ausstoß um 990 Tonnen pro Jahr verringert. "Insgesamt wird Energie in Höhe von rund 250 000 Euro pro Jahr eingespart", teilt die Stadt mit. Umbaukosten: circa zwei Millionen Euro.

15 000 Leuchten gibt es in Leverkusen — und "energetisch gesehen sind wir gut bestückt", sagt Ulrich Hosius, Sachbearbeiter für Straßenbeleuchtung bei der Energieversorgung Leverkusen (EVL). Die meisten davon sind mittlerweile Natriumdampflampen und momentan genauso energetisch wie LED. "Richtige" LED würden bei Neubaumaßnahmen eingesetzt, 36 gebe es bisher. Hosius: "Die Anschaffung ist noch zu teuer."

Für die zuständigen Technischen Betriebe (TBL) ist der Antrag der Bürgerliste schnell beantwortet. Chef Reinhard Gerlich: "Die Nachtabschaltung würde zu einem Minderverbrauch von ca. 1,5 Millionen Kilowattstunden führen. Kostenersparnis: rund 250 000 Euro. Die Einschaltung einzelner Lichtpunkte an Kreuzungen und gefährlichen Stellen ist während der Nachtabschaltung nicht möglich, da das Stromnetz nicht digitalisiert ist. Eine Umrüstung würde Kosten von geschätzten 1,5 Millionen Euro verursachen, die zurzeit nicht finanzierbar sind." Gerlich kann die Diskussion nicht verstehen: "Ich war 1976 in Mombasa. Im Niltal war jedes noch so kleine Kaff beleuchtet. Und hier gibt es Leute, die in Leverkusen die Lampen ausmachen wollen"

(RP)