Zirkusprojekt in Rheindorf : Wie aus Kindern Artisten werden

Von wegen auf der faulen Haut liegen in den Ferien. In Rheindorf lernte der Nachwuchs jetzt im Jugendhaus Jonglieren und vieles mehr.

Auf einer rollenden blauen Tonne laufen und auf dem Rola Bola und dem Schleuderbrett balancieren. Wo macht man sowas schon? Tatsächlich in gar nicht weiter Ferne. Rund 20 Kids zwischen acht und 14 Jahren lernen im Jugendhaus in Rheindorf in der zweiten Herbstferienwoche von Montag, 18. Oktober, bis Freitag, 22. Oktober, die drei Grunddisziplinen des Zirkus „moment“ kennen: Jonglieren, Akrobatik und Balance. Zum zweiten Mal veranstalten Ralf Hölscher vom Jugendhaus und Malin Schumacher, Referentin für Integration und Migration beim Caritasverband Leverkusen, den Ferienzirkus mit dem Theater- und Zirkuspädagogischen Zentrum „moment“ aus Köln.

Montag ist Schnupper-Tag. Viele der jungen Artisten wittern das erste Mal Zirkusluft. So auch die 10-jährige Caro: Ihr machen das Jonglieren mit dem Diabolo und die Tellerjonglage am meisten Spaß. Auch, wenn sie Letzteres noch üben müsse, sagt die Schülerin. Ende der Woche auf der blauen Tonne laufen zu können, hofft sie. Das kann die elf Jahre junge Lourdes bereits. Nur Sprünge und Tricks auf dem rollenden Körper zu machen, will sie noch lernen. Ganz schön große Aussichten. Aber eigentlich sei Bodenturnen ihre Lieblingsdisziplin. Handstände und Radschläge führt sie mit Bravour aus. Und das schon am zweiten Tag der Erlebnis-Woche.

  • Übungsleiter Frank Alsdorf trainiert mit den
    Sport in Radevormwald : Ein Handball-Camp mit 40 Kindern
  • Die Sperrgitter quer über den Weg
    A1-Brückenbau in Leverkusen : Ärger um Sperr-Beschilderung am Rheinradweg
  • Am 7. Spieltag feierte der 1.
    Zweiter Saisonsieg in der Oberliga : 1. FC trennt sich von Trainer Karaca – und gewinnt gegen Cronenberg

Trainerin Greta Gottschick kennt das Gefühl. Mit vier Jahren war sie selbst ein „Frischling“ im Zirkuszelt von „moment“. Sie blieb, wortwörtlich, am Ball und machte die Ausbildung zur Trainerin. Ihre Spezialität: Schleuderbrett und Handstand. Im Ferienzirkus studiert sie mit den Kindern aber Akrobatik-Tricks ein, während ihre Kollegen Alex für Balance und Phine für die Jonglage zuständig sind. „Die Kids machen super mit und unterstützen sich gegenseitig“, berichtet Gottschick. „Manchmal schlüpfen sie sogar selber in die Trainerrolle“. „Wie konzentriert die Kids beim Trainieren sind, erstaunt mich wirklich“, sagt Hölscher, während die Kinder auf den Matten im Saal herumturnen.

Nach dem Probieren kommt bekanntlich das Studieren. Die Nachwuchs-Artisten spezialisieren sich am Dienstag auf eine Disziplin. Und dann geht es ans Üben, Üben, Üben. Denn am Donnerstag, 21. Oktober, heißt es „Manege auf und Bühne frei“ zu der ersten kleinen Aufführung für Eltern und Geschwister. Vor dem Auftritt ist die Elfjährige nicht aufgeregt. Ganz im Gegenteil, sie freut sich. Vor allem darüber, mal „was Neues auszuprobieren.“ Und Schumacher betont: „Unser Ziel ist es nicht, Kinder zu Profis auszubilden. Dass sie Spaß haben, steht an erster Stelle“.

Gefördert durch kommunale Gelder, kann das Projekt unter Beachtung der 3G-Regel kostenfrei stattfinden. Da die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt ist, dürfen sich die Kinder ohne Maske sportlich austoben. Bewegung sei wegen der Corona-Einschränkungen zu kurz gekommen, meint Hölscher. Das stößt auf positive Rückmeldung bei den Kids: „Es ist toll, dass man sich bewegen kann“, findet Lourdes.

Wenn das Herbstwetter es hergibt, geht es für die Kinder sogar in das weiße Zirkuszelt, das das „moment“-Team mitgebracht und aufgespannt hat. „So können die kleinen Talente, die in den Kindern schlummern, geweckt werden“, hofft Malin Schumacher.