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Leverkusen: Ziegendompteur auf Knopfdruck

Leverkusen : Ziegendompteur auf Knopfdruck

Kreischende Möwen, quietschende Besucher, tapsige Küken: Mittags um zwölf Uhr im Wildpark Reuschenberg wechseln sich Andrang und Ruhe ab. Kleine Publikumsmagneten sind die Ziegen. Hier sind Füttern und Anfassen erlaubt. Nahen junge Gäste, kommt Leben ins Gehege.

Von der Schildkröte über die Möwe bis zum Stachelschwein gibt es eine Menge Tiere im Wildpark zu bestaunen. Kurz nach zwölf am Mittag herrscht der größte Andrang am Ziegengehege. Hier ist nicht nur Gucken erlaubt, sondern auch Anfassen und Füttern.

Auch wenn die Ziege kein außergewöhnliches Tier in Deutschland ist, erfreuen sich die Besucher am meckernden Paarhufer. "Die machen aber viel Kacka", schallt es des Öfteren herüber, und auch der Geruch bewegt den ein oder anderen Besucher, einen kurzen, prägnanten Kommentar abzugeben: "Puh". Solange den kleinen Ziegendompteuren nicht das Futter ausgeht, laufen die Hornträger vom einen Ende des Zauns zum anderen und zurück. Immer der kleinen Faust mit dem Futter drin hinterher.

Ist es ruhig, wird es idyllisch

Ist man erst mal alleine mit den Ziegen, das heißt, keine weiteren Besucher in Sicht, wird es ruhig im Gehege. Gemütliche Plätze in den hinteren Reihen werden dösend eingenommen und der Zaun wird nicht zum Futterklau bestiegen, sondern nur noch zum Schubbern benutzt. Richtig idyllisch ist es dann. Mal abgesehen von den kreischenden Möwen, ein paar Meter weiter. Macht man jedoch die Augen zu, kann das Gekreische an einen Kurzurlaub an der holländischen See erinnern. Nicht lange hat man den Ort der Ruhe und die schlummernden Wiederkäuer für sich, da rückt die nächste Kinderhorde an. Erster Halt: der Futterautomat. Bewegung kommt in die Ziegenherde, die schon beim Knopfdruck am Automaten am Zaun Spalier steht.

Ein karamellfarbenes Zicklein hüpft durchs Gehege. Augenblicklich ertönt verzücktes Quietschen. "Oh, wie süß", "Guck mal das Kleine!" Eine weiße, scheinbar tragende Ziege erregt Aufmerksamkeit. Es wird vermutet, dass das weiße Exemplar vor der Niederkunft steht, da sie alle Artgenossen um sich herum vertreibt. Als wäre es der werdenden Ziegen-Mama zu bunt, begibt sie sich kurzerhand in den blickdichten Stall. Die Enttäuschung währt nur kurz, denn ein Teichhuhnküken steht plötzlich auf dem Weg. Mit dem schwarzen Kleid und den viel zu großen Füßen tapst es ohne Angst auf dem Weg entlang. Als sich mehrere Kinder in seine Richtung bewegen, flüchtet der Vogel in sein Revier. Auch die Gäste des Ziegengeheges ziehen weiter. Denn im Wildpark gibt es noch mehr Tiere zu bestaunen.

(RP)