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Leverkusen: Zerstörung auf der neuen Wupperbrücke

Leverkusen : Zerstörung auf der neuen Wupperbrücke

Sie ist ausgezeichnet, und sie ist Vandalen zum Opfer gefallen. Knapp ein Jahr nachdem die Optik der Wupperbrücke in der Ludwig-Rehbock-Anlage mit dem "Stahl-Innovationspreis 2012" (dritter Platz in der Kategorie "Stahl-Design") gewürdigt wurde, haben Unbekannte die Brücke nun beschädigt.

Die Sitzmöglichkeit aus Holz in der Mitte der Brücke ist betroffen — in den Holzbrettern klaffen Lücken.

 Das Kesselhaus (Bahnstadt) wurde wegen Vandalismus' eingezäunt.
Das Kesselhaus (Bahnstadt) wurde wegen Vandalismus' eingezäunt. Foto: Schütz, Ulrich (us)

"Wir sind sehr verärgert darüber, das ist Vandalismus", sagte am Dienstag Wolfgang Herwig, stellvertretender Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL), die für das Bauwerk zuständig sind. "Die Bretter waren so verschraubt, dass man die Schrauben nicht sehen kann. Einfach losschrauben, das geht nicht", erläuterte Herwig. Möglicherweise haben die Täter die Bretter aber auch einfach gewaltsam abgerissen. Gestern standen Schrauben frei. "Wir haben Mitarbeiter rausgeschickt, um sie zu entfernen, damit sich niemand verletzt."

 Die Schrauben von den Brettern auf der Brückensitzgelegenheit steckten gestern Vormittag noch im Holz, die dazugehörigen Bretter haben Vandalen herausgerissen. Die TBL entfernten später die gefährlich hochstehenden Schrauben.
Die Schrauben von den Brettern auf der Brückensitzgelegenheit steckten gestern Vormittag noch im Holz, die dazugehörigen Bretter haben Vandalen herausgerissen. Die TBL entfernten später die gefährlich hochstehenden Schrauben. Foto: RM, US

Die Machenschaften an der Wupperbrücke sind in der Rehbock-Anlage nicht das Einzige, was Besuchern und Anwohnern ins Auge sticht. Der Aussichtsplatz "Kirchblick" oberhalb der Wupper wird zunehmend von feierfreudigem Partyvolk vermüllt. Lothar Schmitz vom Grünflächenamt kennt das Problem.

Die Gegend um die Wupper sei einer der Brennpunkte in Sachen Party, Grillen, wilde Müllkippen in der Stadt. "Hitdorfer Laach und der Park oberhalb des Oulu-Sees in Mathildenhof, das sind einige der Orte, die uns wegen des Themas Müll stark belasten", berichtete Schmitz. "Ich spreche die Leute an, wenn ich was sehe. Die Antworten kann man sich denken."

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Die Stadt Düsseldorf wolle am Rhein verschärft kontrollieren, betonte Schmitz. Den Vorschlag von Bezirksvertreter Friedrich Busch (FDP) auch die Sicherheitsstreife in der Rehbock-Anlage patrouillieren zu lassen bzw. den Aussichtsplatz am Wochenende zu kontrollieren, findet der Amtsleiter "generell gut. Aber was sollen die noch alles machen? Es gibt nur ein begrenztes Zeit- und Personalangebot".

Busch hat weitere Lösungsvorschläge: "Die Stadtverwaltung sollte ehrenamtliche ,Paten' für die Rehbock-Anlage suchen." Er habe Ähnliches vor Jahren für Spielplätze vorgeschlagen, von der Stadt habe es geheißen, sie habe "keine Personalressourcen für die Betreuung von ,Paten'". In anderen Städten funktioniere das System aber. Und "die Bevölkerung sollte noch wachsamer sein und möglichst Auffälligkeiten direkt der Stadtverwaltung melden". Am Wochenende ginge das aber nicht, weil der Sicherheitsdienst "vom Bürger telefonisch nicht erreichbar ist". Das müsse sich ändern, forderte Busch.

Währenddessen überlegen die TBL, wie sie die Bank reparieren kann. Dass sie instand gesetzt wird, davon geht Wolfgang Herwig aus. "Es nicht zu tun, das wäre zu schade, die Bank wird sehr gut angenommen. Es ist nur eine Frage des ,Wie', denn die Verschraubung ist aufwändig und lässt sich nicht so einfach bewerkstelligen", sagte er

(RP/rl)