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Wupsi in Leverkusen sorgt für saubere Luft

Saubere Luft : Dieselfilter für 30 Wupsi-Busse

600.000 Euro will das Verkehrsunternehmen investieren. Das Ziel: über 90 Prozent weniger  Schadstoffe.

Das „Sofortprogramm saubere Luft“ der Bundesregierung macht es möglich: 30 ältere Modelle mit der Abgasnorm Euro V der 150 Fahrzeuge umfassenden Busflotte des städtischen Verkehrsunternehmens Wupsi sollen mit SCRT-Filtern nachgerüstet werden. SCRT steht für „Selective Catalytic Reduction Technology“, ein Filterverfahren bei dem 95 Prozent der Feinstäube und bis zu 92 Prozent der Stickstoffe entfernt werden. Auch Anteile von Kohlenwasserstoffen und Kohlenmonoxid werden verringert. So steht es in einer Verwaltungvorlage, die derzeit in den Ratsgremien beraten wird. „Nach der Umrüstung erreichen die Fahrzeuge damit annähernd die gleichen Werte wie die aktuell saubersten Dieselbusse mit Euro-VI-Norm“, heißt es in der Vorlage weiter. Die Wupsi habe zu Testzwecken einen Bus mit Stickoxid-Filter ausgerüstet, der seit dem 18. Juni im Linienverkehr eingesetzt wird. „Erste Messungen bestätigen die Angaben der Hersteller.“

Die Gesamtkosten für alle 30 Busse beziffert die Wupsi auf 600.000 Euro, bei einer Förderquote von 40 Prozent bliebe dem Verkehrsunternehmen ein Eigenanteil von 360.000 Euro, der sich jedoch durch Betriebsanteile im interlokalen Verkehr mit Bergisch-Gladbach auf 252.000 Euro verringert. Die Investitionen sollen auf die Geschäftsjahre 2019 bis 2024 verteilt und abgeschrieben werden. Die Gesellschafterversammlung der Wupsi hat der Anschaffung bereits zugestimmt. Nun müssen die beiden Stadträte Leverkusens und des Mitgesellschafters Leichlingen Ja sagen, bevor Förderanträge gestellt werden können. Mit einer Umsetzung wird nicht vor 2019 gerechnet.

 Bei den 150 eingesetzten Bussen handelt es sich bisher noch ausnahmslos um Dieselfahrzeuge, die meisten von ihnen verfügen bereits über die Abgasnorm Euro VI. Anders als bei den durch vom „Dieselskandal“ betroffen Pkw gelten die Busse als „sehr sauber“, betont Wupsi-Sprecherin Kirstin Menzel. Bei denen zur Nachrüstung bestimmten 30 Bussen handele es sich um solche Fahrzeuge, die den Förderrichtlinien entsprechen, also noch mindestens vier Jahre Laufzeit haben. Demnach würden die letzten Dieselbusse mit Euro-Norm V spätestens in vier Jahren aus dem Verkehr gezogen. Auch für Elektrobusse habe Wupsi Fördergeld beantragt, warte aber noch auf die Bescheide.

„Wir versuchen, vermehrt ein Mobilitätsanbieter mit umweltfreundlichen Alternativen zu sein“, sagt Kirstin Menzel. Sie verweist dabei auf das Fahrradverleihsystem mit 150 Rädern an 40 Stationen, das im Frühjahr 2019 zunächst in Opladen, Wiesdorf und Schlebusch eingeführt wird. Ebenso betreibt die Wupsi bereits ein Car-Sharing-Angebot gemeinsam mit Ford.

Erste politische Reaktionen sind durchweg positiv. „Gut angelegtes Geld“, hieß es bei der SPD im Finanzausschuss. Mitunter seien Dieselumrüstungen sinnvoller als die teuren Elektrobusse, verlautete von der CDU, doch gebe es mitunter weniger Fördergeld. Der Leverkusener Stadtrat kommt am kommenden Montag zusammen, um über das Projekt zu entscheiden. Seine Zustimmung gilt als sicher.