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Leverkusen: Wohltat mit vier Händen

Leverkusen : Wohltat mit vier Händen

Andrea Kramer-Rodermund und Iara Behs gaben ein Benefiz-Konzert im Jungen Theater und bezauberten ihre Zuhörer.

Es gibt wohl kaum ein größeres Vergnügen, als Musik und Wohltätigkeit zu kombinieren. So jedenfalls sahen es die in Gummersbach lebenden Pianistinnen Andrea Kramer-Rodermund und Iara Behs, die am Sonntag im Jungen Theater Leverkusen gastierten. Als Duo "Tecla Do" spielten sie berühmte Werke und Kompositionen für Klavier zu vier Händen und weniger bekannte Stücke, die jedoch nicht weniger Funken versprühten.

Zu Beginn betörten die Damen mit der Komposition von Robert Schumann "Von fremden Ländern und Menschen". Sie ließen dabei ihre unterschiedlichen musikalischen Akzente und persönlichen Erfahrungen meisterhaft in das klassische Repertoire einfließen. Es folgten "Spanische Tänze Opus 12" von Moritz Moszkowski, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als einer der herausragenden Komponisten und bekannten Vertreter der sogenannten Salonmusik galt, dessen Name und Werke aber später nahezu in Vergessenheit gerieten.

Das packende Klavierspiel der Damen war perfekt und klanglich abgestimmt. Die Gratwanderung zwischen Anspruch und Unterhaltung, den Balanceakt zwischen ernster Musik und modischem Salon beherrschten sie extrem gut. In Moszkowskis Komposition dürften Kenner nicht zuletzt einige Elemente von Frederic Chopin entdeckt haben.

Weiter ging es im Programm mit "Norwegische Tänze op. 35" von Edward Grieg. Dieses Werk gilt als Produkt dessen vielfältiger Auseinandersetzung mit norwegischer Volksmusik und Tradition. Es wird vermutet, dass Grieg zum ersten Tanz in d-Moll - basierend auf dem Lied "Sinclairs Marsch" - animiert wurde, weil seine Familie schottischer Abstammung war. Der Hauptteil war, typisch Grieg, geprägt durch starke dynamische Kontraste, bis das Werk schließlich in einem furiosen Prestissimo endete. Neben Werken von Debussy und Dvorak spielte das Duo in der zweiten Hälfte auch eigene Kompositionen von Iara Behs. Während Andrea Kramer-Rodermund aus Bonn stammt und als Solistin, Kammermusikerin und Pädagogin arbeitet, ist die klassische Pianistin und Komponistin Iara Behs brasilianischer Herkunft. Insofern sprach sie aus eigener Erfahrung, als sie sagte: "Ich bin überzeugt, dass man die Sprache eines Landes beherrschen muss, um sich dort wohlzufühlen." Bedauerlich nur, dass lediglich 20 Zuhörer gekommen waren. Besonders, weil die Damen beim Benefizkonzert auf Honorar verzichteten und die Einnahmen dem Lions-Club spendeten, der das Geld nutzt, um Sprachkurse für Flüchtlinge zu finanzieren.

(gkf)