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Wohl dem Leverkusner , der jetzt die richtige Versicherung hat 

Leverkusener Fachmann berichtet : Wohl dem, der jetzt die richtige Versicherung hat

Rainer Martins betreibt eine Agentur in Schlebusch und hat seit der Flutkatastrophe alle Hände voll zu tun. Bei der Abwicklung bittet er um etwas Geduld.

Die Ruhe in den Bergen noch ein paar Tage zu genießen, war Rainer Martins nicht vergönnt. Als ihn  in Südtirol die Hiobsbotschaften der Flutkatastrophe aus der Heimat erreichten, war ihm sofort klar: du musst nach Hause. Er packte die Koffer und fuhr zurück nach Leverkusen. In den Tagen danach stand sein Telefon nicht mehr still. 

Martins betreibt eine Agentur der Zurich-Versicherung in Schlebusch und ist in diesen Tagen ein gefragter Mann, auch wenn es zuletzt etwas ruhiger geworden ist. Rund 70 Kunden, gewerblich, privat und weit über die Stadtgrenzen hinaus, betreut Martins bei Flutschäden. Dabei reicht das Spektrum von vollgelaufenen Kellern und Geschäften über in Tiefgaragen „ertrunkene“ Autos bis hin zu gewerblichen Großschäden in sechsstelliger Höhe. Wohl dem, der jetzt die richtige Versicherung hat.

Für die meisten seiner Kunden habe bereits ein Blick in die Police genügt, um Klarheit zu bekommen, ob sie gegen Flutschäden versichert sind oder nicht. Sind Elementarschäden erwähnt, dürfen sie mit einer Erstattung rechnen. Denn in dem Fall seien Schäden durch Erdbeben und Überschwemmung, also „Wasser, das von außen kommt“, gedeckt. Eine nur auf Rohrleitungsschäden bezogene Versicherung reiche eben nicht, sagt der Experte.   Die Hausratversicherung beziehe sich auf „alle beweglichen Teile“, die Gebäudeversicherung auf die Bausubstanz eines Hauses.  Versichert sei der Neuwert „in gleicher Art und Güte“, sagt Martins. Fahrzeugschäden würden über die Kaskoversicherung abgewickelt. Ist das Fahrzeug komplett voll Wasser gelaufen, dürften Kunden mit einer raschen und unbürokratischen Entschädigung des Totalschadens rechnen. Stand das Wasser nur halbhoch im Fußraum, müsse ein Sachverständiger den Schaden begutachten und klären, ob Reparatur noch möglich sei. Dann könne es angesichts der vielen Schäden auch mal etwas länger dauern. Inzwischen habe die Versicherung auch Ruheständler aktiviert, um die Vielzahl der Schadensmeldungen schneller abzuarbeiten.

 Das Wasser ist weg, der Schaden bleibt. Auch die Abwicklung von Kfz-Schäden beschäftigt die Versicherer.  
Das Wasser ist weg, der Schaden bleibt. Auch die Abwicklung von Kfz-Schäden beschäftigt die Versicherer.   Foto: Miserius, Uwe (umi)
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Auch ist Martins viel unterwegs, um Kunden am Ort zu beraten. Denn auch in Versicherungsfragen gibt es manches zu tun und zu beachten, weiß der Leverkusener. So müssten Schäden mit der Fotokamera dokumentiert, Schadenslisten erstellt, Handwerker beauftragt, Kostenvoranschläge angefordert werden. Und gerade dort sieht der Versicherungsexperte ein Problem: „Es wird noch Monate dauern bis Bau- und Handwerksbetriebe das alles abgearbeitet haben.“

Übrigens: Für alle, die bisher keine Elementarversicherung hatten, könnte es nicht nur teurer, sondern auch schwieriger werden, überhaupt eine abzuschließen, sagt Martins. Die Versicherungswirtschaft mache sich nach der Jahrhundertflut daran, eine veränderte und wohl erweiterte  Hochwasserkarte zu erstellen, die Elementarversicherungen in bestimmten Flusslagen grundsätzlich ausschließt. Das habe in Leverkusen bisher vorrangig bei Rheinlagen gegolten. Das könnte sich jetzt in der ein oder anderen Flusslage ändern.