Postskriptum – der Wochenkommentar : Brücken in die Zukunft für die Stadt am Rhein

Die Rheinlage bringt Leverkusen viele Vorteile, doch auch Probleme. Die marode Rheinbrücke bleibt ein ungelöstes Problem nicht nur für die Wirtschaft. Gibt es Zukunftsalternativen?

Leverkusen am Rhein – die Flusslage der Stadt wird gemeinhin als geographisches Geschenk verstanden. In den vergangenen Jahren gab es mit Blick auf die Leverkusener Brücke Zweifel: Wie lange hält sie noch? Und: Wird die neue irgendwann doch noch fertig? Das hat nichts mit Geographie zu tun, sondern mit der Frage: Wie viel Nachlässigkeit kann sich eine hochentwickelte Industriegesellschaft leisten?

Nicht von ungefähr haben Vertreter der Industrie- und Handelskammern von Rheinanlieger-Städten in Düsseldorf kräftig auf den Tisch gehauen und von der Landesregierung ein schlüssiges Konzept zur Sanierung und zum Neubau von Rheinbrücken gefordert.

Doch könnte man weiter denken und auf alternative Verkehrsmittel blicken. Zwei Varianten kamen in der Woche erneut in die Schlagzeilen: Die Seilbahn und der Wasserbus. Zugegeben, die Transportprobleme der Industrie können beide nicht lösen. Doch als mögliche Varianten im Personenverkehr könnten sie interessant werden. Andere europäische Städte habe es vorgemacht, auch wenn dort die Voraussetzungen andere sein mögen. Wir dürfen also gespannt beiben.

Der derzeit größte Stau-Killer hat aber weder Ruder, Seile oder Schienen. Corona hat ihn pandemiegleich verbreitet: das Homeoffice. Es ist leerer auf den Straßen. Tragfähige Brücken brauchen wir dennoch.