Leverkusen: WM-Spaß Autofähnchen: So gefährlich sind sie wirklich

Leverkusen : WM-Spaß Autofähnchen: So gefährlich sind sie wirklich

Sie gehen zuhauf schon über die Ladentheken. Doch ein Selbsttest zeigt: Die WM-Accessoires am Auto bergen Gefahren.

Der Countdown zur Fußball-WM läuft. Nicht nur die Nationalmannschaft bereitet sich auf das Turnier vor, auch viele Fans und Autofahrer rüsten mit WM-Utensilien auf. Eines der beliebtesten Schmuckstücke sind Auto-Fahnen. Diese werden zwischen Fenster und Autodach eingesetzt und sollen im Fahrtwind wehen.

Allerdings währt dieses Vergnügen oft nicht lange. Schon bei unter 100 km/h können die Fahnen abbrechen und somit mitunter für andere Verkehrsteilnehmer gefährlich werden. "Pauschal kann man nicht sagen, wann die Fahnen abbrechen. Sie sind alle unterschiedlich gebaut. Es kommt darauf an, welche Materialien verwendet werden und wie hoch die Qualität ist", sagt der Leverkusener Kfz-Sachverständiger Marco Hildebrand.

Denn selbst solch kleine dekorative Fanutensilien können auf der Autobahn und allgemein im Straßenverkehr den anderen Verkehrsteilnehmern einen großen Schrecken einjagen. Hastige Bewegungen am Lenkrad könnten dann schlimme Folgen haben. "Das Gefahrenpotenzial ist nicht zu unterschätzen. Je nach Größe und Material können abgebrochene Fahnen Beschädigungen an Scheiben hervorrufen. Außerdem darf der Fahrer nicht in seiner Sicht eingeschränkt werden. Auch für Motorradfahrer wird es gefährlich. Hier könnten durch herumliegende, abgebrochene Fahnen insbesondere in Kurven bei Zweiradfahrern Stürze passieren", berichtet Hildebrand.

Auch die Hersteller sind sich des "Fahnen-Bruchs" bewusst: Meist sind die Fahnen schon auf der Verpackung mit empfohlenen Höchstgeschwindigkeiten gekennzeichnet. Wer schneller unterwegs ist, sollte die Länder-Fähnchen, die oft nur einen Euro kosten, vorher abnehmen. Ein kleiner Selbsttest zeigt: Schon bei geringer Belastung knicken die Fahnenstangen ab oder brechen gleich in zwei Teile. Wer ein Fähnchen kauft, sollte genau hinschauen: Teilweise geben tiefe Einrisse im Gestänge Aufschluss darüber, dass das Vergnügen schnell vorbei sein könnte.

"Grundsätzlich sollte man sich immer vor Fahrtantritt über den Zustand der Fähnchen und des Autos vergewissern. Die Fahnen sind nicht bauartgeprüft und gehören eigentlich nicht ans Auto. Es ist aber eine Grauzone. Nichtsdestotrotz sind die Fahrer dafür verantwortlich, dass sie sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährden", betont Hildebrand.

Zurück zum Selbsttest: Nach Prüfsiegeln sucht der Käufer oft vergebens. Und auch das schwarz-rot-goldene oder in anderen Landesfarben gekennzeichnete Stöffchen ist meist so dünn und schlecht vernäht, dass es schnell "fleddert", und die Optik rasch dahin ist.

Der Stoff ist am Stil nur leicht festgeklebt, die Klebemarken sind sofort zu erkennen. Wer leicht am Stoff zieht, merkt, dass sich der Kleber löst. Fazit des Tests: Mit nur einer Fahne kommt der WM-Liebhaber kaum durchs Turnier, insbesondere wenn er vergisst die Fahne vor einer zügigen Fahrt abzunehmen.

(RP)
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