Leverkusen: Wisente bekommen einen neuen Stall

Leverkusen: Wisente bekommen einen neuen Stall

Der Neanderhof soll noch in diesem Jahr gebaut werden. Eine neue Zuchtgruppe mit den Bisons ist geplant. Außerdem soll es einen Rundlauf um das neue Wisentgehege geben.

Wenn alles gut läuft, gibt's im Wildgehege schon bald neue Ausblicke. "Wir haben mit dem Bau der zweiten Aussichtsplattform begonnen", sagt Georg Görtz. Der Planungsamtsleiter im Kreis Mettmann hofft, dass sich der Umbau nicht lange hinziehen wird und schon im Juni ein wunderbarer Weitblick über das Neandertal bis hinüber zum Kalkwerk möglich ist.

Bis das sogenannte Bergstück nahe dem Millrather Bahnhof von Wisenten bezogen werden kann, wird es allerdings noch dauern. Die beiden Wisentdamen "Nutella" und "Nutrea" sind mit mittlerweile 22 Jahren zu alt, um in eine neue Herde integriert zu werden. Nachdem eine zickige Mitbewohnerin aus der Gruppe genommen worden war, erlebten die Seniorinnen ihren "zweiten Frühling". Nun allerdings kündigen die ersten Zipperlein das nahende Lebensende an. Und bis irgendwann eine neue Zuchtgruppe angesiedelt werden soll, bekommen sie ihr Gnadenbrot im alten Gehege.

Auf den mittlerweile grünen Wiesen des Bergstücks soll dennoch bald der neue Wisentstall gebaut werden. "Wir rechnen damit, dass es dort noch im Herbst losgehen kann", hofft Georg Görtz. Überstürzen wolle man jedoch nichts, und so ein Wisentstall sei nun mal nichts, was auf dem Reißbrett geplant werden könne.

Die kräftigen und wehrhaften Tiere könne man nicht einfach in einen Kuhstall stellen, ohne dass dort ziemlich bald alles zu Bruch gehen würde. Auch Hegemeisterin Sara Kajak kennt die Marotten ihrer Schützlinge und weiß, dass die Gesten der europäischen Bisons von ahnungslosen Spaziergängern auch schon mal falsch verstanden werden können. Deshalb stehe man bei der Planung des neuen Domizils im engen Kontakt mit dem Wuppertaler Zoo und anderen Standorten, an denen Wisentzucht betrieben wird.

Nach der Ansiedlung der Wisentherde auf den neuen Wiesen sollen Auerochsen (Heckrinder) und Tarpane (Wildpferde) quasi als Wohngemeinschaft vergesellschaftet werden. "Das ist am Wülfrather Eignerbach bereits gelungen", sagt Georg Görtz. Der jetzige Wisentstall werde dann zum Kombistall umgebaut.

Und der kleine Rundweg um das neue Bergstück werde demnächst auch in Angriff genommen. Damit wird es über eine Brücke hinweg und auf barrierefreien Wegen einen Rundlauf um das neue Wisentgehege geben. "Dann kommt noch das Multifunktionsgebäude", schaut Georg Görtz in eine Zukunft, in der erlebnispädagogische Angebote vor allem Kinder zum Wildgehege locken sollen.

Die Bedenken der Erkrather Lokalpolitik, dass man mit den Umbauten neue Verkehrswege schaffen müsse, konnte der Planungsamtsleiter ausräumen. Das Bergstück und die neue Aussichtsplattform seien auf kurzen Wegen vom Parkplatz des Bahnhofes Millrath aus zu erreichen.

(RP)