Wirbelsäulenzentrum am St. Remigius-Krankenhaus: Cornelius Jacobs wird Chefarzt

Wirbelsäulenzentrum am St. Remigius-Krankenhaus : Neuer Chefarzt kommt von der Charité

Cornelius Jacobs (41) ist leitender Chirurg am Wirbelsäulenzentrum des Remigius-Krankenhauses.

Wirbelsäulenleiden gehören zu den großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Doch hat der Fortschritt der Medizin die Heilungschancen deutlich verbessert. Dazu gehören Verfahren dreidimensionaler Bildgebung, die auf vielfältige Weise zur Diagnostik ebenso wie im OP eingesetzt werden. So etwa bei endoskopischen Operationen an der Wirbelsäule. Mit neuer technischer Ausstattung und einem neuen Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie am Wirbelsäulenzentrum will das Remigius-Krankenhaus sein Angebot weiter verbessern.

Das nahe Operieren an Wirbelsäule und Rückenmark birgt mitunter hohe Risiken für den Patienten und verlangt größte Präzision. „Es erfordert innere Ruhe und eine langjährige Ausbildung,“ sagt Dr. Cornelius Jacobs. „Das macht es zum schönsten medizinischen Fach.“ Zum 1. April hat er die neue Chefarztstelle am Remigius-Krankenhaus angetreten und wurde am Donnerstag von Klinikdirektorin Daniela Becker vorgestellt.

Jacobs’ Leidenschaft für die Wirbelsäulenchirurgie entdeckte der 41-Jährige früh. „Ich habe viel Notfallmedizin gemacht und bin drei Jahre auf dem Rettungshubschrauber Christopher 5 geflogen“, sagt er. Der mitunter „dramatische Alltag“ der Unfallmedizin habe ihn angezogen. Ebenso die Präzision und Sorgfalt, die nötig ist, um etwa unter dem Mikroskop zu operieren. „Je schwieriger es wird, desto ruhiger werde ich“, sagt Jacobs.

Seine medizinische Ausbildung führte ihn über die Universitäten Göttingen, Hannover und Heidelberg an die Berliner Charité, wo er von 2014 bis 2016 als Sektionsleiter Wirbelsäulenchirurgie und Traumatologie tätig war, bevor er zuletzt als Oberarzt die Leitung des „Level 1 Wirbelsäulenzentrums“ am Uni-
­versitätsklinikum Bonn hatte. Die Bandbreite in seinem neuen Wirkungsbereich am Opladener Wirbelsäulenzentrum, in dem jährlich rund 800 Patienten behandelt werden, ist groß. Sie reicht von der Behandlung von Bandscheibenvorfällen über die Stabilisierung von Bandscheibenprothesen, Wirbelsäulenverletzungen nach Unfällen, Wirbelkörperbrüche durch Unfälle, Wirbelkanaleinengungen bis hin zur Therapie angeborener oder erworbener Deformitäten.

Bei den operativen Eingriffen hilft die dreidimensionale Bildgebung auf zweifache Weise. Sie wird während des endoskopischen Eingriffs genutzt, indem am Endoskop angebrachte Kameras dem Operateur ein präzises 3D-Bild vom Operationsfeld liefern. Ein weiteres technisches Gerät, einen 3D-Bildwandler will die Klinik nun zusätzlich anschaffen. Er basiert auf Röntgentechnik, hat aber eine deutlich geringere Strahlenbelastung als bei der herkömmlichen Computertomographie. Das Gerät kostet 350.000 Euro und wird zur Kontrolle angewendet, noch während der Patient auf dem OP-Tisch liegt. „So wissen wir noch im OP, ob jede Schraube sitzt“, sagt der Chefarzt. Auch ein OP-Navigationsgerät in gleicher Preishöhe will das Klinikum kaufen.