Wirbel um Moscheebau in Leverkusen-Manfort

CDU fordert Akteneinsicht : Wirbel um Moscheebau in Manfort

2014 wurde der Vertrag zwischen Stadt und Verein geschlossen. Doch seitdem hat sich vieles geändert.

Der geplante Neubau einer Moschee an der Poststraße in Manfort sorgt für Wirbel. So viel Wirbel, dass die CDU jetzt Akteneinsicht in alle Unterlagen fordert, die im Zusammenhang mit der Grundstückssuche für ein Gemeindezentrum des Marokkanischen Eltern- und Jugendvereins stehen sowie alle Unterlagen, die zum Verkauf des städtischen Grundstücks an der Poststraße geführt haben, inklusive der offensichtlich erteilten Baugenehmigung für eine Moschee. Darüber hinaus bittet die CDU um alle Informationen, die der Verwaltung zur Umbenennung des Vereins in „Maghariba“ vorliegen.

Zum Hintergrund: 2014 verkaufte die Stadt das Grundstück an der Poststraße an den Marokkanischen Eltern- und Jugendverein. Der Verein wollte dort ein Gebäude errichten, in dem Klassenräume, ein Café, eine Bibliothek, Sporträume und zwei Gebetsräume untergebracht werden sollen. In dem damaligen Konzept wurde der integrative Charakter des künftigen Gemeindezentrums betont. Das Gebäude sollte als Zweckbau, also ohne Kuppel und Minarett, gebaut werden.

Diese Pläne scheinen sich inzwischen geändert zu haben, ebenso wie der Name des Vereins. Dieser hat sich in „Maghariba Zentrum Leverkusen e.V.“ umbenannt. Im Verein soll es laut Presseberichten zu Querelen gekommen sein, die alte Führung um den ehemaligen Vereinsvorsitzenden Hassan Essabbabi wurde abgelöst. Auf der Facebook-Seite des Vereins ist ein Video zu sehen, dass die Pläne für die neue Moschee zeigt. Ein dunkelgraues Gebäude, links mit einer Kuppel, rechts ein Minarett. Ebenfalls in der Animation zu sehen: Ein Kind mit seiner Mutter, die Frau ist komplett verschleiert.

Bleibt die Frage, inwieweit diese neuen Pläne noch mit dem 2014 geschlossenen Vertrag mit der Stadt übereinstimmen? Das Grundstück an der Poststraße ist jedenfalls für den Baustart vorbereitet. Es wurde gerodet und ein Bauzaun aufgestellt. Wann die Bauarbeiten konkret losgehen, steht nicht fest. Auch nicht, ob der Verein das Geld für den Bau beisammen hat.

Die Stadt teilte am Dienstag mit, dass dem Marokkanischen Elternverein eine Baugenehmigung für ein Gemeindezentrum erteilt wurde. „Der genehmigte Baukörper weist Turm und Kuppel auf. Es kommen weder privatrechtliche noch baurechtliche Gründe zum Tragen, die dies ausschließen würden.“ Die Verwaltung will sich am Mittwoch ausführlich zum Thema äußern.

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