Leverkusen: "Wir werden Opladen nicht erdrücken"

Leverkusen : "Wir werden Opladen nicht erdrücken"

In der Diskussion um die Bebauung des Bielertviertels meldet sich Investor Marco Baumhögger zu Wort.

Bei der Planung des Neubauviertels in Opladen erklärt Investor Marco Baumhögger gleich zu Beginn: "Eine Bebauung im Bereich des Tierbedarfhandels ,Fressnapf' ist bei uns nicht vorgesehen. Das Grundstück befindet sich nicht in unserem Eigentum." Einzig die Stadt Leverkusen hatte eine solche Idee in die städtebaulichen Vorentwürfe mit eingebracht. Für den Investor gehe es vorerst einzig und alleine um die erworbenen Grundstücke in der Mitte des Areals, die sich von der Böcklerstraße bis hin zur Düsseldorfer Straße ziehen.

Der Plan: Dort sollen bis zu 80 Wohneinheiten mit Tiefgaragen entstehen. An der Böcklerstraße sind zweigeschossige Häuser mit Satteldach, im Mittelbereich dreigeschossige Gebäude mit zusätzlichem Staffelgeschoss und an der Düsseldorfer Straße drei- bis viergeschossige Häuser mit zusätzlichem Staffelgeschoss geplant, die laut Investor ins Gesamtbild des Viertels passen.

"Wir orientieren uns an den Höhen der bestehenden Häuser in der Nachbarschaft, damit wir uns mit der geplanten Bebauung gut ins Gesamtbild einfügen", sagt Baumhögger. Der Hauptunterschied: Die älteren Häuser hätten spitze Dächer, die Neubauten Flachdächer. Eine dreidimensionale Darstellung, die in Kürze erarbeitet wird, soll das verdeutlichen.

Bei einigen Bedenken der Bürgerinitiative verweist die Firma Baumhögger auf die Stadtverwaltung. Gerade bei der Hochwasserproblematik: "Hier besteht Gefahr durch ein Jahrhunderthochwasser des Wiembachs, das viele Bewohner der Ruhlach gleichermaßen betrifft. Dieses Problem muss die Stadt Leverkusen beheben", erklärt Marco Baumhögger. Durch die Wupper drohe gemäß der aktuellen Hochwasserkartierungen keine Überschwemmungsgefahr.

"Es gibt gesetzliche Vorgaben, dass ich, wenn ich mit neuen Baukörpern Hochwasservolumen verdränge, dafür sorgen muss, dass es auch auf meinem Grundstück bleibt und nicht die Nachbarn geschädigt werden. Eine Lösung wäre hier zum Beispiel eine Mulde, die das verdrängte Wasservolumen aufnimmt", erläutert der Wirtschaftsingenieur. Dies müsse bei einem Bauantrag nachgewiesen werden.

Neben dem Hochwasser (Wiembach) sorgen sich Anwohner, dass durch die wasserdichten Neubauten mit Tiefgaragen das Grundwasser in die eigenen Grundstücke gedrängt werden und es zu einem Anstieg des Grundwasserniveaus kommen könnte. Marco Baumhögger kann nach eigenen Angaben diese Sorgen nachvollziehen. Er sichert zu, die erforderlichen Gutachten und Beweissicherungsmaßnahmen anfertigen zu lassen.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Bauarbeiten 2018 an der Böcklerstraße starten. "Wir sind hier bereits auf einem guten Weg", verdeutlicht der Investor. Wie lange die Erstellung der kompletten Baumaßnahme andauern wird, kann er nicht beantworten. Das hänge davon ab, wann das Bebauungsplanverfahren abgeschlossen sei. Vorgesehen seien sowohl normale als auch soziale Wohnungen, solange dies wirtschaftlich vertretbar sei.

Den Vorwurf, die Opladener Bürger nicht von Anfang an eingebunden zu haben, weist Baumhögger zurück. Man habe sich sehr bemüht, den Anwohnern frühzeitig die Ideen zu erläutern. So manchen Nachbarn habe man sogar ein halbes Jahr versucht zu erreichen, bis es zu einem Gespräch kam. Die Ideen der Anwohner, eine Streuobstwiese, Einfamilienhäuser oder einen Kindergarten anstelle der 80 Wohneinheiten zu bauen, lehnt Baumhögger ab. "Da würden wir ein Verlustgeschäft machen. Das lohnt sich leider nicht." Der Unternehmer versichert: "Wir werden Opladen nicht erdrücken. Gerne kann man sich ja ein Bild unserer Bauprojekte machen, zum Beispiel das Gebäude an der Altstadtstraße, ehemals Baumarkt Wöllenstein." Der Geschäftsführer bietet Interessierten an, sich seinem Büro zu informieren und auszutauschen, wie es bereits einige Anwohner getan hätten.

(hawk)
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