Wildpark Reuschenberg: Nachwuchs bei Schafen, Ziegen und Steinkauz

Wildpark Reuschenberg : Nachwuchs bei Schafen, Ziegen, Steinkauz und Co.

Im Frühling wächst die Population im Wildpark rasant an. Die Mitarbeiter versorgen nicht nur die eigenen Tiere, sondern nehmen auch Fundtiere an und päppeln sie wieder auf.

Um Björn Heimanns Beruf beneiden ihn in diesen Tagen wohl viele. Er ist Tierpfleger im Wildpark Reuschenberg und hat in diesen Tagen hauptsächlich mit tierischem Nachwuchs zu tun. Und der ist an Niedlichkeit kaum zu überbieten.

Da wäre zum Beispiel Furby, ein drei Wochen alter, grauer Steinkauz mit dem weichsten Gefieder, das man sich überhaupt vorstellen kann. „Der wurde auf einer Straße in der Stadt gefunden, zu uns gebracht und macht sich inzwischen richtig gut“, erzählt Heimann. In der Tat wirkt der junge Kauz vollkommen ruhig und entspannt, wie er da in seinem Karton mit der kuscheligen Decke hockt.

Aktuell wird er mit toten Mäusen gefüttert, in einigen Wochen wird er dann in eine Voliere gesetzt und mit lebenden Mäusen konfrontiert. So soll er das Jagen lernen. „Wir versuchen, dass er so wenig Kontakt zu Menschen wie möglich hat, damit wir ihn später wieder auswildern können“, sagt Heimann.

Das ist das Ziel bei allen Fundtieren, die im Wildpark abgegeben werden. 2018 waren es rund 80 Tiere, die meisten von ihnen leben inzwischen wieder in Freiheit. „Nur Tiere, die zu zahm oder auch behindert sind, bleiben bei uns.“ So gibt es inzwischen eine Wohngemeinschaft von Hühnern und Buchfink. Dem Fink fehlen die Schwanzfedern, er kann nicht mehr fliegen und in freier Wildbahn hätte er keine Überlebenschancen.

So wie ihm wird es den drei kleinen Amseln, die derzeit in direkter Nachbarschaft zu Furby leben, hoffentlich nicht gehen. Die drei sind ungefähr zwei Wochen alt. „Sie wurden uns gebracht, nachdem das ganz Nest heruntergefallen ist“, erzählt Heimann. Mehlwürmer sind ihre Leibspeise, sobald jemand an ihrem Käfig vorbeigeht, sperren sie die Schnäbel auf und verlangen energisch nach Futter. In einigen Wochen kommen sie in eine Voliere, wo sie das Fliegen und Jagen lernen, anschließend werden sie in die Freiheit entlassen.

Doch auch bei den regulären Bewohnern des Wildparks gibt es derzeit jede Menge Nachwuchs, so manches Gehege sieht derzeit eher wie ein Kindergarten aus. Da wären zum Beispiel die vier Lämmer der Heidschnucken, die mit ihren zwei Wochen noch überhaupt nicht wie ihre erwachsenen Verwandten aussehen. Rabenschwarz und leicht gelockt ist ihr Fell, auf das sie sich gerne die Sonne scheinen lassen. Erst mit etwa drei Monaten bekommen sie das lange hellgraue Fell der Erwachsenen.

Farblich einheitlich sieht es dagegen im Ziegengehege aus. Dort tummelt sich eine ganze Schar an Zicklein, die meisten in schwarz. Mehr als 40 Ziegen sind es aktuell, einige werden in den kommenden Wochen noch dazukommen. „Der Bestand wird während des Jahres aber wieder reduziert, wir tauschen die Ziegen mit anderen Wildparks aus, beispielsweise gegen Gänse“, sagt Björn Heimann.

Gleich gegenüber von den Ziegen bei den Bentheimer Schafen geht es wesentlich ruhiger zu. Das liegt nicht nur daran, dass es wesentlich weniger Lämmer sind, sondern dass sie auch schon etwas älter sind. Rund 260 Tiere von knapp 50 Tierarten beherbergt der Wildpark, darunter auch viele Vogelarten wie Uhu, Kranich, Reiher, Gänsegeier und Schwarzstorch.

Der Schwarzstorch ist dabei mit Vorsicht zu genießen, das er alleine in seiner Voliere lebt hat einen guten Grund. „Der hat seine Storchdame umgebracht, jetzt muss er alleine bleiben“, sagt Heimann. Auf etwas mehr Harmonie hoffen die Mitarbeiter des Wildparks dagegen bei Luchs Felix. Er wurde jüngst mit einer noch namenlosen Luchsdame zusammengeführt, vielleicht gibt es ja im kommenden Jahr Nachwuchs. Darauf hoffen Mitarbeiter und Besucher auch bei den drei Alpakadamen. „Die bekommen ihre Jungen aber erst im Herbst, ab September ungefähr“, sagt Heimann.

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