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Leverkusen: Wie zwei Fotografen Südfrankreich wahrnehmen

Leverkusen : Wie zwei Fotografen Südfrankreich wahrnehmen

Vier Wochen lang waren Wolfgang Grimm und Werner Pusch mit dem Campinganhänger in Südfrankreich - "ohne Frauen", dafür mit Kamera. Diese Werke sind ab Sonntag im Opladener Künstlerbunker zu sehen.

Auf diese Weise konnten beide Mitglieder der AG Leverkusener Künstler ganz ungehindert ihrem gemeinsamen Hobby nachgehen: Fotografieren. Von zwei Standorten aus haben sie täglich ihr Ausflüge in die Region unternommen, die Kamera immer im Anschlag. Sie lichteten dieselben Motive und Landschaften ab, dennoch gab es keine identischen Bilder, selbst wenn sie sich auf dieselbe Perspektive einigten.

Wie unterschiedlich sie durch die Linse blickten, beziehungsweise mit den technischen Möglichkeiten umgingen zeigen 81 Bilder, die ab morgen, 12. Februar, in der Galerie im Opladener Künstlerbunker zu sehen sind. "Die Provence - zwei Ansichten von Wolfgang Grimm und Werner Pusch".

Wolfgang Grimm legt Wert auf die Besonderheit der Landschaft, die Strukturen felsiger Schluchten, morbide Reste einer verfallenen Burgruine oder die formale geschwungene Anordnung von Pflastersteinen. Seine Bilder sind nah an der Realität, auch wenn er besondere Momente abpasst um Orte in bestimmten Stimmungen einzufangen. Werner Pusch ist der Experimentierfreudige der beiden. Er spielt mit den Motiven, die sein Kollege in ihrer natürlichen Erscheinungsweise belässt. Beispielsweise indem er Bildteile spiegelt und so eine geradezu futuristisch anmutende, weil völlig symmetrische Natur schafft. So geschehen bei der Aufnahme, die er von einem Lavendelfeld in der Provence machte. Außerdem irritiert die Form der Blumenhügel in langen Reihen.

Zur Reisezeit Ende April waren die Stauden noch klein, zurückgeschnitten und vergleichsweise farblos. Die violette Farbe üppiger Lavendelfelder zur Blütezeit hat Pusch hineingemogelt, indem er die Farbe bei dieser Infrarotaufnahme am Computer digital verschoben hat. Deswegen wiederholt sich der Lavendelton auch in den Bäumen und Sträuchern im Hintergrund.

Bei horizontalen Spiegelungen suggerierte er einen See, wo gar keiner ist, oder er ließ eine Felskuppe, die bei Grimm fest auf dem Berg steht, wie ein Raumschiff in der Luft schweben.

Pusch hat außerdem mehrere Bilder so bearbeitet, dass ein tiefer Riss hindurch geht. Auf diese Weise schuf er ein Doppelporträt der beiden Fotografen. In anderen Fällen kombinierte er die natürliche Aufnahme mit der Solarisation. Beide hielten Orte mit besonderem Charme fest wie die offenen Türen kleiner Geschäfte in einsamen Dörfern.

Die Ausstellung "Die Provence - Zwei Ansichten"wird morgen, 12. Februar, um 11.30 Uhr in der Galerie Künstlerbunker, Karlstraße 9, eröffnet und ist mi, fr und sa von 16 bis 18 Uhr zu sehen.

(mkl)