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Leverkusen: Wie Unternehmen Eltern helfen können

Leverkusen : Wie Unternehmen Eltern helfen können

Wenn Betriebe für eine Kinderbetreuung ihrer Mitarbeiter sorgen, investieren sie in die Zukunft ihrer Unternehmen. Gestern konnte man sich in der Neuen Bahnstadt Opladen über verschiedene Modelle informieren.

Das Problem des drohenden Fachkräftemangels wird von vielen Firmen anscheinend noch unterschätzt. Anders ist es nicht zu erklären, dass an einer WFL-Veranstaltung über die Bindung qualifizierter Arbeitskräfte in Leverkusen-Mitte nur zwei Unternehmen Interesse zeigten. Das war gestern im Funkenturm in der Neuen Bahnstadt etwas anders. Da waren doch eine ganze Reihe von Vertretern gekommen, um sich über die Gegebenheiten und Möglichkeiten einer betrieblich unterstützten Kinderbetreuung zu informieren.

Die spielt nun mal die Schlüsselrolle bei der viel beschworenen Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mehr qualifizierte Frauen an die Stellen zu bringen, in die sie gehören, ist das erklärte Ziel des Kompetenzzentrums Frau & Beruf "Competentia", das zusammen mit Wirtschaftsförderung und Stadt Gastgeber und Organisator der gestrigen Veranstaltung war. Nur wer die familiären Pläne und Aufgaben der Mitarbeiter im Blick hab, werde in Zukunft noch Chancen haben", prophezeite Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, der bei seiner Einführung die Bedeutung des Themas deutlich machte. Die Realität kennt er aus der eigenen Stadtverwaltung. Nur wenn die Kinderversorgung geregelt ist, werden Frauen nach dem Erziehungsurlaub an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Aber die gute Versorgung mit Betreuungsangeboten sei nicht nur ein ökonomischer Faktor, sondern ein wichtiger Standortvorteil, wenn man auf den Zuzug von jungen Familien hofft. In den Betrieben erhöhe das die Arbeitszufriedenheit. "Es geht letztlich um richtungsweisende Investitionen für unsere Stadt", folgerte Buchhorn. Leverkusen habe in dieser Hinsicht viel geleistet und den Ausbau von Kindertagesstätten mit Angeboten für Unter-Dreijährige vorangetrieben. Heute liege die Versorgungsquote bei 40 Prozent und damit über dem Landesdurchschnitt von 34 Prozent. Aber Kinderbetreuung ist nicht alleine Sache der Stadt, die 5966 Plätze vorhält, davon 1196 U3, 4392 Ü3 und 387 in Tagespflege. Angela Hillen, Fachbereichsleiterin Kinder und Jugend, appellierte an die Initiative der Betriebe und listete Möglichkeiten auf. Es muss nicht unbedingt ein Betriebskindergarten sein. Es gibt auch die Möglichkeit, sich in einer Einrichtung Belegplätze zu sichern. Bei der Vergabe sind allerdings einige rechtliche Vorgaben zu erfüllen. Flexibler wäre die Einrichtung einer oder zweiter Großtagespflegestellen in Betriebsräumen, aber mit Tagespflegepersonal. Bei dessen Vermittlung würde das Amt ebenso behilflich sein, wie bei der Bedarfsermittlung oder der Suche nach Fördermöglichkeiten. Nach Berichten aus der Praxis fand am Ende eine Talkrunde statt.

(mkl)