Manfort: Wie löscht man eigentlich Fett?

Manfort: Wie löscht man eigentlich Fett?

Mit Wasser geht nicht jede Flamme aus. Öl, wie es am Sonntag im Manforter Hof in Brand geriet, lässt sich damit nicht beeindrucken. Was richtig ist und was gefährlich, erläutert Feuerwehrmann Wolfgang Fröhlen.

Die Kripo war gestern im Hotel- und Gastronomiebetrieb Manforter Hof. Einen Tag nach dem schweren Küchenbrand (wir berichteten) untersuchte die Polizei den Brandort auf Manipulationen, also darauf, ob etwa Brandstiftung etc. vorliegen könnten. "Die Kripo hat alles freigegeben, es gab keine Manipulationen", berichtete gestern Hotelbesitzer Frank Helms. "Es wird vermutet, dass der Temperaturregler an der Friteuse kaputt war."

Die Friteuse hatte Sonntagnachmittag den Brand in der Küche des Hotels ausgelöst. Das Feuer hatte schnell auf andere Teile der Küche übergegriffen und ebenso auf die Lüftungsanlage. Den genauen Schaden kann Helms noch gar nicht benennen. "Es sind ja nicht nur die Geräte und Maschinen in der Küche, die beschädigt sind, sondern eben auch die Lüftung." Der Gutachter von der Versicherung will sich heute ein Bild machen.

Dass ein solcher Fettbrand enorme Schäden anrichten kann, weiß Wolfgang Fröhlen, Wachführer in Opladen der Berufsfeuerwehr Leverkusen. Er gibt Seminare zum richtigen Feuerlöschereinsatz und warnt: "Wenn Fett brennt, niemals mit Wasser löschen." Denn: Wasser kocht bei 100 Grad, Öl erst bei 300 Grad, demnach ist Wasser schwerer als Öl.

"Gießt man also Wasser auf die durch Öl verursachten Flammen, sinkt das Wasser ab und bildet unter den Flammen eine Dampfblase, die die Flammen nach oben drückt. Wenn die dann in die Dunstabzugshaube schlagen, wo sich ebenfalls Fettablagerungen befinden Da reicht im Grunde ein Funke aus, um das zu entzünden", sagt Fröhlen.

Also was tun, wenn daheim die Pfanne Feuer fängt?

  • Fotos : Küchenbrand im Manforter Hof

Der Feuerwehrmann bringt es auf die Kurzformel: "Deckel drauf, Herd aus." Die Wärme- und die Sauerstoffzufuhr müssen gestoppt werden. Wer es nicht mehr an den Herd ranschafft, um ihn abzuschalten, soll im Sicherungskasten die Sicherung ausschalten. "Noch besser wäre es, wenn eine Löschdecke eingesetzt wird, um die Sauerstoffzufuhr zu unterbrechen."

Spezielle Fettbrandlöscher

Solche Löschdecken gebe es in jedem Baumarkt zu kaufen, sagt Fröhlen und schickt noch zwei Warnungen hinterher: "Nie, aber wirklich niemals, darf man versuchen, den Topf herunterzunehmen und irgendwohin zu tragen. Wenn der einem unterwegs aus den Fingern gleitet und herunterfällt, brennt bald das ganze Zimmer und/oder der eigene Körper." Und: "Keinen Schaumlöscher für Fettbrände benutzen. Die enthalten nämlich zu viel Wasser." Seit ein paar Jahren seien spezielle Fettbrandlöscher auf dem Markt.

Frank Helms bestätigte gestern, dass im Manforter Hof sehr auf den Feuerschutz geachtet werde, Feuerlöscher und Löschdecken seien vorhanden. "Aber es ging alles so schnell, dass kaum Zeit zum Reagieren blieb."

(RP)