Leverkusen: Wie die City attraktiv bleiben will

Leverkusen: Wie die City attraktiv bleiben will

Beim Neujahrsempfang der Werbegemeinschaft City Leverkusen mahnt der Vorsitzende Frank Schönberger an, den Einzelhandel zu stärken. Mit dem Café Extrablatt und Kentucky Fried Chicken kommt Bewegung in die Stadt.

Ehe Frank Schönberger, Vorsitzender der Werbegemeinschaft City Leverkusen, die Gäste aus Einzelhandel, Politik und Verwaltung zum Neujahrsempfang in den Räumen der Galeria Kaufhof begrüßte, stellte er das Rednerpult mitten in den Raum. Wie flexibel man sein muss, erläutere er kurz darauf in seiner Ansprache. Zunächst gab er einen kurzen Rückblick auf 2016 und die Veranstaltungen, die den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend aufgewertet wurden. "Wir sind sehr bestrebt, diese Veranstaltungen für das laufende und die kommenden Jahre ganz maßgeblich zu ertüchtigen, auszudehnen und qualitativ zu steigern," so Schönberger. Auch im Hinblick auf eine mögliche Klage von Verdi (siehe C 1). Keiner Steigerung bedürfe unterdessen der Weihnachtsmarkt, der die Stadt für das immer noch wichtige Weihnachtsgeschäft attraktiver mache und eine gute Basis für verkaufsoffene Sonntage biete.

Diese sicherten trotz teurer Mieten und sämtlicher Umlagen in den Innenstädten das Überleben des stationären Einzelhandels. "Sind die Verdienste nicht mehr da, stirbt der Einzelhandel ab", warnte Schönberger. Abgesehen von Ketten werde niemand aus eigener Kraft einen neuen Einzelhandel eröffnen. Bis zu 500.000 Euro seien nötig, um einen kleinen Laden an den Start zu bringen. Leerstehende Geschäfte könnten also nicht neu besetzt werden.

Manchmal aber auch doch: Bestes Beispiel dafür ist das Café Extrablatt, das nach langer Umbauphase im ehemaligen Kaufhaus Wehmeyer eröffnete und den Nerv der Leverkusener offenbar voll getroffen hat. "So etwas hat hier gefehlt", sagte eine Besucherin. Eine Familie, die neu nach Leverkusen gezogen und wenig beeindruckt von der Stadt war, habe nach einem Frühstück im Café sogar den bis dahin negativen Eindruck geändert, schilderte Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD) bei seiner kurzen Ansprache, in der er beschrieb, was man im Vorjahr in der Handelslandschaft in Wiesdorf alles bewegt habe.

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Neue Bewegung kommt demnächst in ein leerstehendes Geschäft in der Rathaus-Galerie. Dort eröffnet im Februar eine Filiale der Imbisskette Kentucky Fried Chicken.

Ketten wie diese zieht es vermutlich nach Leverkusen, weil die Umgebung attraktiv ist. "Attraktiv bleibt die aber nur", fuhr Frank Schönberger fort, "wenn die dort angesiedelten Händler entwicklungsfähig sind." Das bedeute, wenn Politiker und Gewerkschaften dem Einzelhandel durch Auflagen und Gesetzgebungen weiter schaden, werde die Einzelhandelslandschaft unwiederbringlich zerstört. Leverkusener Gewerbetreibende könnten sich sicher sein, dass sich die Werbegemeinschaft weiterhin intensiv für den Erhalt der aktuellen verkaufsoffenen Sonntage einsetzen werde.

Gleiches sei geplant für die Neustrukturierung der Märkte. Es gelte, den Citymarkt weiter zu fördern. Schließlich seien Marktveranstaltungen gut für die Innenstädte und den stationären Einzelhandel.

(RP)
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