Leverkusen: WGL besorgt über neuen Heli-Landeplatz

Leverkusen: WGL besorgt über neuen Heli-Landeplatz

Das Wohnungsunternehmen befürchtet Lärm für Mieter und die Wertminderung seiner Wohnungen nahe Klinikum.

Montag ist Aufsichtsratssitzung bei der Wohnungsgesellschaft Leverkusen (WGL). Nach RP-Informationen steht auf der Tagesordnung unter anderem ein Beratungspapier zum Thema "Hubschrauber-Landeplatz am Klinikum".

Bezirksvertreter Günter Nahl (SPD) hatte das Projekt schon kritisiert, weil die Lärmbelästigung für die Nachbarn des Krankenhauses in Schlebusch, Manfort und Alkenrath zu stark sein könnte. Die WGL hat große Wohnungsbestände in den Stadtteilen. Das zeigt auch die Karte von der Initiative Cleverkusen, die Wohneinheiten einzelner Wohnungsgesellschaften in der Stadt markiert. Nach RP-Informationen sollen rund 1000 Wohnungen im Umkreis von 1000 Metern ums Klinikum der WGL gehören. Ungefähr ein Drittel davon grenzt direkt ans Gesundheitspark-Gelände an, etwa Wohnungen an der Paracelsus- und Virchowstraße. Das städtische Unternehmen fürchtet, dass der Hubschrauberlärm zu einer Wertminderung der Häuser führen könnte. Die rund 1000 Wohnungen machen rund ein Siebtel des Vermögens der WGL aus.

Von dem geplanten Hubschrauberdachlandeplatz ist im Bebauungsplanverfahren "Gesundheitspark Leverkusen" (Klinikum-Gelände) die Rede. Unter anderem heißt es da: "Die Festlegung der An- und Abflugflächen sowie der Nutzungsverteilung erfolgte nach einer sorgfältigen Untersuchung der vorherrschenden Hauptwindrichtungen unter Auswertung der Windstatistik, den vorhandenen Hindernissen und unter Berücksichtigung der vorhandenen Wohnbebauung."

Drei der bisher bekannten Flugrouten führen direkt über Schlebuscher Wohngebiete hinweg. Die vierte Flugroute entlang der Dhünn versorgt Alkenrath mit dem unvermeidbaren Fluglärm. Auch im südlcihen Teil von Alkenrath, wo die WGL laut Cleverkusen-Plan ebenfalls eine große Zahl von Wohnungen unterhält, wäre der An- und- Abflug von Hubschraubern von und in Richtung Klinikum gut zu hören. Damit ist der Konflikt umrissen:

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Der Forderung nach schneller Versorgung auch durch Hubschraubereinsätze steht das ohnehin stark belastete Ruhebedürfnis der Siedlungsbewohner entgegen. Dies befürchtet auch Politiker Nahl und mahnte in der Bezirksvertretung III einen sorgfältigen Umgang mit der Problematik an.

Auch um die finanziellen Auswikrungen der Lärmbelästigung durch ein- und abfliegende Helikopter, die Patienten transportieren, sorgt sich die WGL offenbar. Nach den bisherigen Angaben der Stadt und des Klinikums sind bis zu 150 Starts und Landungen pro Jahr geplant. Ob dies nur Notarzteinsätze sind oder auch Patientenverlegungen mit Privathubschraubern, ist bislang offen. Die Flüge könnten zu einer Wertminderung der (WGL-)-Häuser führen. Die Stadt will die neuen Klinikum-Pläne, auch zum Hubschrauberbetrieb, in einer Bürgerversammlung vorstellen.

Uwe Richrath (SPD), Vorsitzender des WGL-Aufsichtsrates, hat auch als Ratsherr über das Projekt zu entscheiden. Zu dem internen WGL-Positionspapier "Hubschrauber-Landeplatz" sagt der Sozialdemokrat vor der Beratung nichts.

Als Ratsvertreter sei er aber der Meinung, dass man den Landeplatz wahrscheinlich genehmigen solle, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Der Lärm bleibe doch mutmaßlich im erträglichen Rahmen. Und es gehe um das Wohl der Patienten. Festgelegt hat sich Uwe Richrath öffentlich noch nicht.

(RP)
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