Leverkusen: Wenn das Cembalo den Elefanten gibt

Leverkusen: Wenn das Cembalo den Elefanten gibt

Bei einem Gesprächskonzert wurde Barockmusik auf Originalinstrumenten gespielt - doch auch weitaus jüngere Werke.

Eine Sonate von Georg Friedrich Telemann lässt sich natürlich auf modernen Instrumenten spielen. In der Städtischen Musikschule ist dieser Umgang mit Alter Musik sogar der Normalfall. Aber seit einiger Zeit können Schüler die Erfahrung machen, wie sich Klang und Ausdrucksweise verändern, wenn sie am Cembalo sitzen statt am Klavier oder wenn sie einen der neu angeschafften Barockbögen für ihre Geigen und Bratschen verwenden. In der "Barockakademie" lernten Mitglieder des Streichorchesters von Klaus Müller neben Profis von L'arte del mondo, was eine historische Aufführungspraxis ausmacht. Nach einem ersten Konzert im vergangenen Jahr hat sich die Barockakademie mit Claudio Monteverdis Oper "L' orfeo" beschäftigt und im Januar eine Genre und Stil übergreifende Aufführung im Erholungshaus realisiert.

Für einige Schüler war das die Initialzündung, auch im Instrumentalunterricht Ausflüge in die Artikulation und Spielweise der Alten Musik zu machen. Unter den Lehrern gab es schon immer einige, die sich sowohl privat als auch im Kollegenkreis damit beschäftigten und auch aufführten. Am Donnerstag beispielsweise machten einige bei einem Gesprächskonzert im großen Saal hörbar, wie Musik des 18. Jahrhunderts klingt, wenn sie auf Originalinstrumenten gespielt wird.

Am Cembalo saß der Musiker und Musikpädagoge Paul Rey Klecka aus Bonn, der auch das Programm moderierte. Mit einer Sonate von Johann Friedrich Fasch eröffneten die Musikschullehre den Abend, zu dem nicht nur Schüler, sondern auch eine ganze Reihe interessierter Erwachsener gekommen waren. Und bei der abschließenden, spritzig musizierten Telemann-Sonate traten noch einmal alle gemeinsam auf: Ingeborg Rüttermann (Blockflöte), Margit Baranyai (Fagott), Reinhard Ruf (Traversflöte), Martin Ehrhardt (Violine) und Klaus Müller (Viola).

Dazwischen gab es Kammermusik für unterschiedliche kleinere Besetzungen. Und keineswegs nur Kompositionen, die tatsächlich in die Zeit Johann Sebastian Bachs, beziehungsweise seiner Söhne, die schon den Übergang zur Klassik markieren, gehören. Genauso wie man Alte Musik auf einem modernen Konzertflügel spiele, sei es doch umgekehrt auch legitim, romantische oder gar zeitgenössische Werke auf einem historischen Cembalo wiederzugeben, fand Paul Rey Klecka. Und so bot er zusammen mit Margit Baranyai eine Adaption des "Elefanten" aus dem "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëens, die mit Fagott und Cembalo durchaus überzeugend klang.

Das Duo stellte noch mehr Tiere aus dem Album von Gordon Carr vor. Besonders spaßig waren die Moskitos, die über Cembalotasten sausten, bis sie zum Schlusston mit der Fliegenklatsche erschlagen wurden.

(mkl)