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Weiter warten aufs Bahnhofsquartier in Leverkusen-Opladen

Fahrradparkhaus, Wohnen und Büros - das wird 2022 fertig : Weiter warten aufs Bahnhofsquartier

In Bahnstadt-Ost und -West wächst im Moment viel in die Höhe: Fahrradparkhaus, Bauprojekte für Wohnungen und Büros. Einen Papiertiger gibt es aber noch.

Den Satz kennen Fans der Tanzshow „Let‘s Dance“ von Juror Jorge Gonzalez: „Das ist mega.“ Jetzt sagt ihn Andreas Schönfeld. Er hat nicht das Metier gewechselt, sondern bleibt ein Teil des Bahnstadtgeschäftsführerduos Lopez/Schönfeld und bezieht sich auf das, was von der Cube Factory 577 schon zu sehen ist. Auf dem Gelände der ehemaligen Eisenbahn-Ausbesserungshallen auf der Ostseite der Bahnstadt ist zwischen erhalten gebliebenen Backsteinfassaden der Rohbau von Bauteil 1 (Büros) schon im Erdgeschoss angekommen. „In Bauteil 2 (Apartmenthaus) beginnen in dieser Woche die Möblierungsarbeiten und von 26 Wohnungen in Bauteil 4a (Eigentumswohnungen) hat der Projektentwickler Cube Real Estate 13 fertiggestellt“, berichtet Schönfeld. Nachsatz: „Was da entstanden ist, ist mega. Das sieht richtig gut aus.“

Cube Real Estate hat sich auch eines anderen Projektes angenommen, das von der Corona-Pandemie quasi auf Diät gesetzt wurde. Beim Bahnhofsquartier zwischen Busbahnhof und Kreisel Lützenkirchener Straße ist abgespeckt worden. Offizieller: Die Einzelhandelsflächen wurden dem Bedarf angepasst. Eine Verkaufsebene fällt weg. „Der Einzelhandel ist sehr stark im Wandel“, hatte Thore Marenbach, Geschäftsführer von Cube, Anfang des Jahres betont. „Mit der Reduzierung der Verkaufsfläche reagieren wir auf die geänderten Bedingungen im Einzelhandel, die durch die Corona-Pandemie stark beeinflusst wurden.“ Kurzformel: nur nicht am Markt vorbeiplanen.

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Von einem urbanen Nutzungsmix sprach er damals. Welche Segmente angesiedelt werden sollen, sagen Bahnstadt und Cube immer noch nicht. Bisher bekannt: Auch das angedachte Vier-Sterne-Hotel soll ein bis zwei Sterne weniger haben, die Tiefgarage muss wegen des Wegfalls der Verkaufsetage in der Lage angepasst werden. Derzeit ist Cube mit den vorbereitenden Maßnahmen zum Bauantrag beschäftigt. „Das gemeinsame Ziel von Bahnstadt und dem Investor ist es, einen rechtskräftigen Bebauungsplan bis Ende 2022 vorliegen zu haben“, erläutert Schönfeld. „Der Bebauungsplan muss wegen der vorgesehenen Änderungen nochmal angepasst werden.“ Baustart: 2023.

Bis dahin haben vermutlich schon hunderte Radler das neue Fahrradparkhaus in der Rampe der Bahnhofsbrücke genutzt. Denn das soll in diesem Jahr fertig werden, ist ordentlich in die Höhe gewachsen. Gerade läuft der Stahlbau für die Gebäudehülle. Innenausbau und umgebende Flächen müssen noch hergestellt werden. „Beim öffentlichen WC ist die Ausschreibung gelaufen, und der Auftrag befindet sich aktuell in der Vorbereitung. Die weiteren Ausschreibungen erfolgen kurzfristig“, berichtet der Bahnstadt-Chef. Den Technikraum stattet die Energieversorgung Leverkusen (EVL) aus. Der Aufenthaltsbereich der Wupsi-Fahrer soll eine Teeküche, einen Ruheraum und separate WC-Räume bekommen. Ausstattung und Möblierung übernimmt die Wupsi, die die Anlage auch betreiben wird und gerade über Zugangssysteme und Kosten nachdenkt.

Gleich nebenan im Treppenturm der Bahnhofsbrücke soll im Sommer der neue Lift eingebaut werden (wir berichteten). Die Demontage der alten Anlage soll Ende April beginnen. „Als barrierefreie Alternative steht die Fahrradrampe zur Verfügung“, sagt Bahnstadtsprecherin Anika Furtkamp.

Südlich des neuen Brückenparks an der Campusbrücke „beginnt in Kürze das Projekt von Harfid mit 144 Wohneinheiten und einer Tiefgarage, die mit 133 Stellplätzen ausgestattet ist. 37 Wohneinheiten werden öffentlich gefördert. Baubeginn ist im zweiten Quartal“, kündigt Schönfeld zum Bauprojekt des Essener Unternehmens an, das im ersten Quartal 2024 fertig sein soll. Das Bau-Projekt „Level“ des Unternehmens Derichs und Konertz direkt nördlich des Henkelmännchenplatzes soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden: 63 Wohneinheiten, zwei Praxis-/Büroflächen und eine städtische Kita plus 62 Pkw-Stellplätze.

Daran grenzt der künftige Europahof von BPD an mit 59 Eigentumswohnungen und 58 Mietwohnungen. Im kommenden Jahr soll er fertig sein. Bleibt auf der Westseite salopp gesagt noch ein „Bauloch“ neben dem Busbahnhof. „Dazu laufen die Verhandlungen“, bestätigt Andreas Schönfeld. Gute Aussichten für ein weiteres „Mega“.