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Leverkusen: Weihnachts-Winterdorf steht zum Verkauf

Leverkusen : Weihnachts-Winterdorf steht zum Verkauf

Weil Elch-Chef Frank Jackmuth in finanziellen Schwierigkeiten steckt, bietet er im Internet das komplette Winterdorf an. Mit Standplatz.

Das rustikale Winterdorf auf dem Christkindchenmarkt in Leverkusen zieht jedes Jahr tausende Besucher an. Während der Elch am Glühweinstand Anekdötchen und Witze erzählt oder wahlweise auch singt, können die Besucher auf dem Platz vor der Rathaus-Galerie Glühwein trinken, Bratwurst, Pommes oder eine Waffel essen und sich an den Feuerstellen wärmen.

Das komplette Alpendorf mit seinen sechs Hütten gehört Frank Jackmuth. Noch. Denn der Esldorfer Schausteller steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Die Folge: "Es ist nicht so ganz gesichert, dass das Dorf auch in diesem Jahr kommen wird", sagte Christkindchenmarkt-Veranstalter Axel Kaechele am Montagabend im Bezirksausschuss I (wir berichteten).

Am Dienstagmorgen entschärfte Kaechele seine Aussage im Gespräch mit der RP: "Ich gehe davon aus, dass Jackmuth das Kind noch schaukeln wird", sagte der Werbefachmann. Der Schausteller allerdings ist da nicht so zuversichtlich. Unserer Redaktion sagte der Elch-Chef: "Es steht fifty-fifty. Der letzte Weihnachtsmarkt war zu verregnet, an 23 von 32 Tagen hat es nur geschüttet. Natürlich ist die finanzielle Lage da nicht so rosig. Aber wenn ich nicht komme, dann habe ich jemanden in der Hinterhand, der das Dorf übernehmen wird."

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Wer das sein wird, weiß er vermutlich selbst noch nicht: Am 4. Februar dieses Jahres nämlich stellte Jackmuth auf der Internetseite www.schausteller.de sein Winterdorf in die Kleinanzeigen ein. Dort preist er an: "Komplettes Alpendorf, bestehend aus sechs Hütten und reichlich Deko. Baujahr 2010, Hersteller Schmäding. Top gepflegter Zustand!" Alles sei "hydraulisch und komplett mit sehr gepflegtem Inventar." Zu den Dekogegenständen gehören "ein großer Scheinwerfermast, Lichterketten, ein begehbarer Leiterwagen mit Rundumtheke, ein kleinerer Leiterwagen, ein großer Schlitten, Feuerstellen, überdachte Stehtische, Stehtisch-Fässer, zwei Torbögen, jede Menge Kleindeko". Und dann: "Standplatz auf dem Leverkusener Weihnachtsmarkt kann mit übernommen werden."

Kann. Muss aber scheinbar nicht. 1274 Interessenten haben sich die Anzeige bisher angesehen. Auch Axel Kaechele: "750 000 Euro hat das Dorf neu gekostet. Jackmuth hat einen Fünf-Jahres-Vertrag für den 300 Quadratmeter großen Standplatz und sich bei mir das Einverständnis geholt, dass der Käufer ihn – unter Vorbehalt der Bonität – übernehmen darf."

Sollte Jackmuth das Dorf doch verkaufen und der neue Betreiber sich gegen Leverkusen entscheiden, hat Kaechele allerdings schon einen Plan B: "Ich habe zwei Bewerbungen von anderen Winterdorf-Betreibern vor mir liegen, ganz brach liegen wird der Platz vor der Rathaus-Galerie nicht."

(RP)