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Was wird aus Leverkusens Baudezernentin?

Neuer Job gesucht : Was wird aus Leverkusens Baudezernentin?

Endet die Amtszeit von Baudezernentin Andrea Deppe doch im kommenden März? Die Hinweise darauf verdichten sich. Die SPD-Fraktion lehnt eine Wiederwahl ab, bei der CDU wollen auch nicht alle Ratsvertreter für eine Vertragsverlängerung von Deppe stimmen.

Ein starkes Indiz, dass die Christdemokraten die gelernte Architektin längst als Beigeordnete abgehakt haben, ist die CDU-Vorschlagsliste für die Ratsausschüsse: In der ersten Sitzung des neuen Stadtrates (Montag, 2. November) soll Christdemokrat Frank Schönberger als Bauausschuss-Vorsitzender gewählt werden. Dies bestätigte am Montag CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Hebbel.

Ausgerechnet Anwalt und Parteichef Schönberger, der Lebenspartner von Deppe, soll das einflussreiche Gremium „Bauen und Planen“ leiten. Der Ausschuss ist in der Pflicht, speziell die Arbeit des Baudezernates kritisch zu begleiten und zu kontrollieren. Damit gab es in der vergangenen Wahlperiode schon Probleme, weil Schönberger baupolitischer CDU-Sprecher war. Auf Druck von außen gab er den Posten an Kollegin Ina Tannenberger ab. Dass die Konstellation „Schönberger-Deppe“ wieder ein starker Interessenkonflikt sein kann, ist den CDU-Führungsleuten deshalb sicher bewusst. Weitere Bewerber um den Vorsitzendenposten hat es nach RP-Information aber nicht gegeben. Deshalb nimmt die CDU die Situation als nicht wünschenswert, aber quasi alternativlos hin. Denn: Bis zum sich abzeichnenden Dienstende von Deppe im März (Stand: Montag) wird es wahrscheinlich nur noch zwei Ausschusstreffen geben. Dieser Zeitraum ließe sich aushalten, hieß es aus CDU-Kreisen.

Womit sich die Frage stellt, ob die Stadtpolitiker Andrea Deppe mit einem anderen Posten versorgen. Immer wieder im Gespräch ist sie als Chefin der künftigen Stadtentwicklungsgesellschaft.

Angeblich soll der Dezernentin auch die Geschäftsführung der städtischen Wohnungsgesellschaft (WGL) angeboten werden, heißt es in Vier-Augen-Gesprächen. Schönberger soll dafür geworben haben. Dies bestätigte er am Montag nicht. „Persönlich weiß ich nur, dass Frau Deppe Baudezernentin bleiben will“, kommentierte der Ratsherr. Er habe lediglich mal gesagt, wenn Deppe in eine städtische Gesellschaft wechseln solle, käme fachlich gesehen höchstens die WGL in Betracht.

Der jetzige Geschäftsführer, Wolfgang Mues, weiß von diesen Überlegungen offiziell nichts. Mues, Deppes Vorgänger, hat aber beste Drähte in die Politik. Gedankenspiele um seinen Posten sind ihm sicher nicht entgangen. Der 62-Jährige will bis zur Rente bei der WGL bleiben, meinte er auf unsere Nachfrage. Er fühle sich wohl, das Unternehmen produziere Topergebnisse, die Personalfluktuation liege bei Null. „Ich habe derzeit keinen Anlass, über mein Ausscheiden nachzudenken.“