Leverkusen: Warum Schoofs abgeschleppt wurde

Leverkusen : Warum Schoofs abgeschleppt wurde

Bei der Stadt will es keiner offen aussprechen, nur es gibt sie offenbar: die Plage der Falschparker. Sie schleichen sich mit ihren Pkw auf städtischen Grund und parken ihr Vehikel unerlaubt auf Schulhöfen. Natürlich ohne Parkgebühren zu bezahlen. Die städtische Chefjuristin Michele Drescher nennt dies „rechtswidrige Okkupation“. Ein solcher Besetzer war vergangenen Donnerstag der Bürgerlisten-Fraktionsvorsitzende Erhard Schoofs. Er hatte seinen Pkw auf den Hof hinter der Musikschule geparkt. Rechtswidrig. Als er nach einer Busfahrt mit Presseleuten zurückkehrte, war der Wagen längst abgeschleppt worden. (Nebenbei bemerkt: Was den streitbaren Bürgerlisten-Mann erboste, das sorgt bei seinen politischen Gegnern oft für unverhohlene Schadenfreude.)

Nun machte die Stadtspitze nicht gezielt Jagd auf den unbequemen Politiker. „Wir fahren an der Musikschule jeden Monat eine Abschleppaktion ab“, berichtete gestern Stadtsprecherin Irmgard Schenk-Zittlau auf Anfrage unserer Zeitung. Sonst bekäme man das Problem mit den Falschparkern nicht in den Griff. Diese Abschlepptaktik laufe seit vielen Monaten.

Durchgegriffen wird auch an anderen Schulen. Wer ohne Berechtigung auf städtischem Grund parke, müsse mit Abschleppen rechnen.

Speziell an der Musikschule in Wiesdorf habe sich das Problem mit den Falschparkern verschärft. Mit der Inbetriebnahme des Gesundheitshauses nahm die Zahl der Falschparker zu, obwohl der Parkplatz eindeutig beschildert ist.

Die Stadt musste reagieren. Denn: Die 70 Parkplätze hinter der Musikschule sind fest vermietet. 56 Stellplätze gehören zur Schule. Sie dienen Lehrern und Eltern als Parkplätze. Eltern deshalb, weil sie Schüler bringen, die schwere Instrumente transportieren müssen. 14 Plätze sind für städtische Mitarbeiter reserviert. Jeden Monat lässt die Stadt allein an diesem Standort vier bis sechs falsch geparkte Wagen abschleppen.

(RP)