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Leverkusen: Walpurgisnacht mit Satire und Tanz

Leverkusen : Walpurgisnacht mit Satire und Tanz

Traditionell anders ist der "Tanz in den Mai" im Kulturausbesserungswerk. Diesmal stand das legendäre Trio "Matsche, Works und Hallies" um den Kabarettisten Wilfried Schmickler auf der Bühne. Schmickler trat später auch solo auf.

Der "Tanz in den Mai" verläuft im Kulturausbesserungswerk (KAW) traditionell anders. Bevor es zur Walpurgisnacht kommt, treten zahlreiche Künstler und Kabarettisten im Saal des KAW auf, um Leverkusener Kulturfreunde auf ihre Kosten kommen zu lassen. Die 22. Ausgabe des satirischen Abends hatte eine Besonderheit mitgebracht: "Matsche, Works und Hallies."

Die dreiköpfige Sprech- und Theatergruppe präsentierte anlässlich ihres 40-jährigen Bühnenjubiläums ihre erste Nummer, die sie im KAW bei Tanz in den Mai aufführten. Mit viel "Ohhhh" und "Ahhhhh" öffnete sich der Vorhang. Das Publikum war begeistert, denn das legendäre Trio um Wilfried Schmickler ist heutzutage eine Rarität. Da war es kaum von Bedeutung, dass zu Beginn die Köpfe vieler Besucher rauchten, da der Inhalt aufgrund seiner Wortkomplexität und Schnelligkeit einen Zusammenhang nicht so recht herstellen ließ und die Nummer recht wirr wirkte.

Schmickler, der in Hitdorf aufwuchs und in Opladen zur Schule ging, war es dann auch, der später am Abend in einem Solo-Part politisch zum Nachdenken anregte und ein paar böse Worte an rechtsgesinnte Parteien richtete - viel Applaus aus dem Publikum. Er bewies wieder einmal mehr, warum er die vier wichtigsten Kabarett-Preise - Prix Pantheon, Deutscher Kabarettpreis, Deutscher Kleinkunstpreis und Salzburger Stier - in seiner Vitrine stehen hat.

Konkurrenz machte ihm an diesem Abend Hildegart Scholten, die mit "Micha und Wolf" durchs Programm führte. "Sie stand ihre Frau bestens und war für mich das Highlight heute Abend", erklärte eine Besucherin. Scholten bestach mit pointiertem, frechem und doch charmant wirkendem, direktem und improvisiertem Humor. Es war ein Genuss, ihr zuzusehen - etwa als sie den Gästen erzählte, wie sie sich beim Besuch einer Münchener Bank fühlte, die ihr verweigerte, Geld zu wechseln, weil sie kein Kunde dieser Bank sei.

Torsten Schlossers Ausführungen zum schwedischen Einverständnis-Gesetz gegen sexuelle Übergriffe, "Futur II + I" mit imposanter Darstellung zum Datenmissbrauch bei Facebook, Martin Maier-Bodes Kindheitstrauma mit Lakritzbonbons in Verbindung mit einem Kioskverkäufer der gruseligsten Art sowie Hans Holzbechers süffisante Widerlegungen zu Verschwörungstheorien vollendeten den kabarettistischen Teil.

Die musikalischen Einlagen der Bläser "Okester Pension Tina" und des Beschwerdechors ließen die Lachmuskeln ein wenig entspannen, ehe nach dem gemeinsamen Stühlerücken bis spät in die Nacht getanzt und gefeiert wurde.

(hawk)