Leverkusen: Wahlkampf mit neuer Baumschutz-Satzung

Leverkusen : Wahlkampf mit neuer Baumschutz-Satzung

Brigitte von Bonin beantragt die Neuauflage einer städtischen Baumschutz-Satzung. Die ehemalige Grüne wohnt in der Waldsiedlung und gehört inzwischen zu den Freien Wählern Leverkusen.

Brigitte von Bonin zählt zu den Urgesteinen der Leverkusener Grünen. Sie gehört der Zeit an, in der ein Grünen-Bürgermeister Klaus Wolf noch bundesweit Schlagzeilen machte und die Baumschutzsatzung ein unverzichtbarer Bestandteil von Grünen-Politik war. Seit von Bonin nicht mehr Mitglied oder Ratsvertreterin der "Umwelt"-Partei in Leverkusen ist, findet Bonins Stimme kaum noch Gehör. Kurz vor der heißen Phase des Kommunalwahlkampfes meldete sich die Politikerin der Freien Wähler gestern mit einem vermeintlichen Paukenschlag zurück: Bonin fordert von der Stadt "eine Neufassung der außer Kraft gesetzten Baumsatzung der Stadt Leverkusen". Und zwar nicht irgendwann, sondern "bis zur Kommunalwahl" im Mai.

Die Stadt Leverkusen hat die oft heiß kritisierte erste Leverkusener Baumsatzung auch aus Kostengründen abgeschafft. Als die Satzung noch galt, blieben nicht alle Bäume ungesägt. Speziell die Stadt fällte immer wieder auch große Exemplare und lieferte dafür dem Stadtrat offenbar solche Begründungen, dass er das Fällen genehmigte. Zudem war es zu Baumschutzzeiten in Leverkusen schon so wie es auch heute meist ist: Für einen gefällten Baum wird ein anderer gepflanzt.

Streit mit Bürgern gab es damals dann, wenn ein Exemplar für das Grundstück zu groß wurde, Kanalrohre beschädigte oder Bauprojekte auf Privatgrund zu verhindern drohte. Bonin sieht heute gute Gründe für die Wiedereinführung der Schutzsatzung: Seit Rücknahme der Satzung gebe es in Leverkusen "zunehmend Baumfällungen, ja Kahlschläge alten Baumbestandes", schreibt Bonin in ihrem Bürgerantrag. In vielen Fällen gebe es "keine überzeugenden oder zwingenden Gründe" für das Absägen. Die Politikerin verweist auf die Pappelfällungen am Hitdorfer Rhein, auf Fällungen in Mathildenhof und in Schlebusch oder auch jüngst in Bürrig an der Reuschenberger Mühle.

Der Bürriger Fall eignet sich allerdings kaum als Beweis für die Notwendigkeit einer Baumsatzung: Die Pappeln am Wupperufer waren teils akut umsturzgefährdet, wie die dünnen Stammreste belegen. Bonin führt auch die gerettete "Blutbuche" im Schlosspark an, die laut Stadt wegen akuter Gefahr gefällt werden müsste. Der stattliche Baum wurde vor drei Jahren nach Bürgerprotesten eingezäunt und so vorerst gerettet. Die Kontrolle der Baumsatzung könne "kostenneutral" von der Stadt geleistet werden, meint Bonin, "die Baumexperten" seien doch ohnehin im Grün-Fachbereich da.

(RP)
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