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VW-Skandal: Kunden reagieren meist gelassen

Leverkusen : VW-Dieselskandal: Kunden reagieren meist gelassen

In diesem Monat will der VW-Konzern die Maßnahmen vorstellen, mit denen der eigenen Manipulation begegnen werden soll. So begegnen VW-Händler in Leverkusen verärgerten Kunden.

Verärgerte Kunden, die ihrem Unmut persönlich beim Autohändlers Luft machen? Daniel Lozano fällt da nur einer ein. "Der Mann kam hier rein und regte sich auf, weil sein Auto jetzt angeblich nicht mehr so viel wert sei." Der sei aber schon der einzige aufgebrachte Kunde gewesen, der seit Bekanntwerden der manipulierten Abgaswerte bei Volkswagen bei der Leichlinger Autohaus GmbH vorstellig geworden sei.

Dort verkaufen Lozano und Kollegen unter anderem EU-Neufahrzeuge von VW und dem tschechischen Tochterunternehmen Skoda. Wie viele Diesel-Autos, bei denen durch die Software getrickst wurde, an der Moltkestraße verkauft wurden, wisse man dort nicht.

Auch die Stadtverwaltung in Leverkusen berichtet auf Anfrage, dass sich im Straßenverkehrsamt nicht nachhalten lasse, wie viele betroffene Fahrzeuge hier zugelassen worden sind. Aber ein Anhaltspunkt könnten die Zahlen aus Solingen sein, das nur ein paar tausend Einwohner weniger hat als Leverkusen. Dort schätzt der Betreiber von zwei Autohäusern für VW, Audi, Skoda, Seat und VW-Nutzfahrzeuge, dass zwischen 5000 und 6000 Autos betroffen sein könnten.

In diesem Monat will der VW-Konzern die Maßnahmen vorstellen, mit denen der eigenen Manipulation begegnen werden soll. "Wir gehen zunächst mal davon aus, dass es mit dem Aufspielen neuer Software getan ist", sagt Lozano. Er ergänzt, dass sich durch den Skandal eigentlich kaum etwas verändert habe: "Ich hätte auch gedacht, dass mehr Nachfragen kommen. Aber bislang hat sich bei uns das Kaufverhalten der Kunden nicht verändert."

Den aufgebrachten Kunden habe Lozano im Übrigen "schnell richtig informieren und aufklären" können. Zudem habe am gleichen Vormittag ein Kollege ein Diesel-Fahrzeug von Skoda verkauft. "Da wurde sogar über den Skandal gescherzt", berichtet der Autohändler.

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(rz)