1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Leverkusen: Vor Keimen geschützt in 30 Sekunden

Leverkusen : Vor Keimen geschützt in 30 Sekunden

In Krankenhäuser ist es gängige Praxis und eigentlich eine ganz simple Methode: Desinfektionsmittel auf die trockenen Hände sprühen, 30 Sekunden einreiben, fertig. Ein Vorgang, der wenig Zeit in Anspruch nimmt, effektiv und kostengünstig Keime abtötet und die Übertragung von Infektionen verhindert, sagt Natalie Commandeur, Hygienefachkraft im St.-Remigius-Krankenhaus.

Doch obwohl es so einfach ist, regelmäßig Schulungen stattfinden und die Hygienebeauftragten vor Ort stets für Fragen zur Verfügung stehen, organisiert die Kplus-Gruppe, Träger des Opladener Krankenhauses, regelmäßig einmal im Jahr einen Aktionstag rund um das Thema saubere Hände. So auch vergangenen Donnerstag. Es sei einfach sinnvoll, sagt Commandeur, die Kollegen immer wieder darauf aufmerksam zu machen. Dafür sei das Thema Hygiene im Krankenhaus einfach zu wichtig. "Und im Alltag, im Stress und in der Hektik achtet man vielleicht nicht immer auf die nötigen 30 Sekunden."

Commandeurs Ziel ist es: "Dass die Desinfektion der Hände irgendwann mal bei allen so automatisch funktioniert wie das Anschnallen im Auto." Auch wenn bereits die meisten Besucher beim Betreten des Krankenhauses vorbildlich an den Spender treten und sich die Hände einsprühen, kann auch viel falsch gemacht werden, sagt die Hygienefachkraft. Von der richtigen Anwendung konnten sich die Probanden jetzt im Foyer des Krankenhauses schließlich selbst überzeugen. Das Unternehmen Schülke, Produzent der Desinfektionsmittel, hatte einen Experten und zwei Schwarzlichtboxen zur Verfügung gestellt. Darin konnten die Teilnehmer sehen, ob sie sich das Mittel auch ordentlich auf die Hände gerieben hatten. "Wenn die Hände unter dem UV-Licht komplett weiß leuchten, dann sind die Hände richtig desinfiziert", erläuterte Elmar Klebert, leitender Hygienekraft der Kplus-Gruppe, die Schwarzlichtbox.

An der Aktion nahmen sowohl neugierige Besucher als auch das komplette Klinikpersonal teil, von der Schwester bis zum Oberarzt, lobte Unternehmenssprecher Andreas Spiegelhauer. "Die Aktion wird sehr gut angenommen." Als kleinen Anreiz, verriet dann Klebert, gab es ein kleines Gewinnspiel unter den Teilnehmern.

Schwester Ina Claasen fand die Aktion sehr gut: "Ich hab schon vor zwei Jahren mitgemacht und auch alle Schulungen hinter mir, aber es ist trotzdem immer interessant zu erfahren, was man vielleicht noch verbessern kann." Bei ihr wurde beispielsweise der pH-Wert der Haut gemessen. "Das Desinfektionsmittel, wenn es richtig verwendet wird, trocknet die Haut eigentlich nicht aus, weil es rückfettende Stoffe beinhaltet", erläuterte Natalie Commandeur. Dennoch sei es richtig, die Hände - "unser aller Arbeitswerkzeug" - vernünftig mit entsprechenden Cremes zu pflegen. "Die stehen unseren Mitarbeitern, ebenso wie das Desinfektionsmittel, kostenlos zur Verfügung", ergänzte die Expertin.

(RP)