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Von Masken-Pflicht und Schilderwald in Leverkusen

Bürgerbeschwerde : Von Masken-Pflicht und Schilderwald in Leverkusen

Ist eine gute Beschilderung zu geltenden Corona-Regeln und Maskenpflicht sinnvoller Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung oder unnützer Schilderwald? Über diese Frage sinnierten der Leverkusener Peter Röhrig und die Stadtverwaltung seit Oktober in einem regen Mailverkehr.

Röhrig waren in der Schlebuscher Fußgängerzone „mehrfach Streitigkeiten zwischen Fußgängern und Radfahrern“ aufgefallen wegen der Maskenpflicht, die eine Zeit lang in den Fußgängerzonen für Fußgänger galt, für Radfahrer nicht. Röhrig hakte bei der Stadt nach. Zudem bat er darum, gut sichtbare Gebots- und Infoschilder an dem Eingängen der Fußgängerzonen anzubringen, damit alle Besucher auf dem gleichen Wissensstand sind.

Weil sich in den vergangenen Wochen die Regeländerungen geradezu überschlagen haben, regelte die nächste Allgemeinverordnung das Masken-Fahrrad-Problem: Maskenpflicht für alle. Zum Schilderwald antwortet die Stadt: „Auf eine Beschilderung der Fußgängerzonen hat der Krisenstab bewusst verzichtet, um einen unnötigen Schilderwald zu vermeiden.“ Für Röhrig ein Unding. Er schrieb zurück: „Ist die Vermeidung des ,unnötigen Schilderwaldes’ wichtiger als Masken-Erinnerung? Spätestens wenn die Pandemie noch härter zuschlägt, werden und müssen Sie auch solche Maßnahmen ergreifen.“

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Röhrig erlaubte sich Ende Oktober, Maskenmuffel zu zählen. „Heute habe ich innerhalb kürzester Zeit – zwischen 14 und 14.06 Uhr 13 Radfahrer ohne Maske gezählt, zusätzlich sieben Fußgänger ebenfalls ohne Maske. Einige von ihnen kamen von außerhalb und/oder konnten nur begrenzt Deutsch sprechen. Alle versicherten glaubhaft, von der Maskenpflicht in der Fußgängerzone nichts zu wissen oder die Regel vergessen zu haben“, schrieb Röhrig an die Stadt.

Und: „Was den ,unnötigen Schilderwald’ betrifft, den Sie vermeiden wollen: Am Eingang zur Schlebuscher Fußgängerzone gibt es vier Schilder. Sie einen ,Schilderwald’ zu nennen, finde ich übertrieben.“ Nach der neuerlichen Lockdown-Entscheidung der Regierung sei das Argument „,Schilderwald vermeiden’ völlig obsolet“. Die Stadt versprach, die Bitte an den entsprechenden Fachbereich weiter zuleiten. Seite Anfang November hängen die Masken-Pflicht-Schilder. Ob sie ein Resultat von Röhrigs Mailverkehr mit der Stadt sind, bleibt offen.

(LH)