Änderung erst wenn die RRX-Strecke fertig ist 20-Minuten-Takt nach Köln? Vorerst nicht

Leverkusen · Die RB 48 fährt alle halbe Stunde von Opladen nach Köln, der R7 stündlich. Zu wenig, befand der Stadtrat 2020. Was sich seitdem getan hat.

 Der RRX soll auch Leverkusen schneller anbinden. Baustelle nahe dem Halt Leverkusen-Mitte in  Richtung Düsseldorf.

Der RRX soll auch Leverkusen schneller anbinden. Baustelle nahe dem Halt Leverkusen-Mitte in  Richtung Düsseldorf.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Willi Ostermann war offenbar gut zu Fuß: „Ich mööch zo Fooß noh Kölle jonn“, sang der Karnevalslieder-Komponist einst. Die Leverkusener mögen es etwas zügiger als per pedes. Anfang 2020 beschloss der Rat, die Stadt soll beim für Schienenpersonennahverkehr zuständigen Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR) beantragen: „Grundsätzlich fordert die Stadt Leverkusen die Einführung eines 20-Minuten-Taktes des schienengebundenen Personennahverkehrs zwischen Köln Hbf. und Opladen. Solange diese Taktung aufgrund des Knotenpunkts Köln nicht hergestellt werden kann, wird eine Kapazitätsausweitung, beispielsweise durch Doppelstockwagen, auf dieser Linie gefordert.“ Ab 2030 sollen auf sämtlichen Strecken Züge in einer 10-Minuten-Taktung rollen. Zudem soll die Stadt einen Termin mit NVR und der Politik organisieren, bei dem auch „die unregelmäßige Taktung bei der Anbindung von Wiesdorf in Richtung Köln und Düsseldorf angesprochen“ werden sollte, heißt es im Beschluss.

Die Stadt hat die Forderungen platziert. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit steht allerdings ein Aber: „Mangels Trassenkapazitäten aufgrund des Engpasses im Knoten Köln“ können aktuell keine zusätzlichen Züge eingesetzt werden, resümiert die Stadt nun im Infodienst z.d.a.Rat für die Politik. „Auch die unregelmäßige Taktung der über Leverkusen-Mitte verkehrenden Linien RE 1 und RE 5 ist der Tatsache mangelnder Trassenkapazitäten geschuldet.“ Erst wenn die Kernstrecke des Rhein-Ruhr-Express zwischen Köln und Dortmund fertig sei, könne „auf diesem Korridor ein 15-Minuten-Takt realisiert werden“. Im Bundesverkehrswegeplan heißt es, das Projekt solle 2030 abgeschlossen sein. Auf den Seiten des RRX ist nicht von einem exakten Fertigstellungstermin die Rede. Es dauert also in jedem Fall noch mit engeren Taktungen.

Immerhin: „Zum Jahresfahrplan 2021 konnten auf der Linie RB 48 (Wuppertal – Opladen – Köln – Bonn) zumindest einzelne Verbesserungen umgesetzt werden. So wurde der 30-Minuten-Takt abends zwischen Köln und Solingen bis Mitternacht ausgeweitet und... ein 24-Stunden-Betrieb an Wochenenden realisiert“, fasst die Verwaltung zusammen. Außerdem fahre montags bis freitags der erste Zug bereits um 4.45 Uhr von Opladen nach Köln.

Auch in Richtung Norden in die Landeshauptstadt Düsseldorf heißt es Warten. 2015 hatte das damalige Bündnis aus CDU, Grünen und Opladen Plus die Durchbindung der S 1 von Düsseldorf über Solingen bis Opladen gefordert. 2018 regte Landtagsabgeordneter Rüdiger Scholz dazu eine Machbarkeitsstudie gleich bis Schlebusch an. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat ein Gutachterbüro mit Fahrplanstudie und Fahrplankonzept zur Strecke der S1 samt Verlängerung beauftragt. Der NVR eine Machbarkeitsstudie in Aussicht gestellt.

Die Stadt weißt nun darauf hin, dass „in einer Machbarkeitsstudie die Verlängerung der geplanten S-Bahn-Linie 17 (Bonn – Brühl – Köln) über Köln-Messe/Deutz hinaus nach Opladen und Solingen mit Durchbindung auf die S-Bahnlinie 1 Richtung Düsseldorf untersucht wird, sodass langfristig im Falle der Realisierbarkeit eine attraktive S-Bahn-Anbindung ergänzend zum heutigen Angebot der halbstündlich verkehrenden Linie RB 48 und des stündlichen RE 7 entstünde“.

Bis es soweit sein könnte, bleibt nur, das vorhandene Bahnangebot zu nutzen. Oder es doch mal mit Ostermanns Idee zu versuchen. Auch bis nach Düsseldorf.