Vision 2040: "Central Park" für Leverkusen

Zukunfts-Pläne : Vision 2040: „Central Park“ für Leverkusen

Oberbürgermeister Uwe Richrath stellt im Rathaus Pläne für die Zeit nach dem Autobahnabriss vor.

Wie sieht die Stadt im Jahr 2040 aus? Geht es nach den Plänen von Oberbürgermeister Uwe Richrath, dann erhält sie einen „Central Park“ analog zu New York, in dem sich Einwohner erholen, die Freizeit genießen und Sport treiben können. Ein entsprechendes Szenario für die Zeit nach dem Autobahnausbau entwickelte der Stadtchef  zusammen mit Landschaftsarchitekt Stephan Lenzen und stellte die Grundrisse am Dienstagabend im Ratssaal erstmals öffentlich vor.

„Es ist unser Recht, die Belastungen für künftige Generationen zu minimieren, damit unsere Stadt lebenswerter wird“, richtete das Stadtoberhaupt seine Forderungen an Bund und Land. Denn beide sollen gemäß dem Verursacherprinzip alle anfallenden Kosten für die Stadterneuerung tragen.

So könnte sich anstelle der A1-Stelzenautobahn ein etwa drei Kilometer langes grünes Band entlang der Dhünn zwischen Rhein in Wiesdorf und Stadion in Küppersteg ziehen, skizzierte Lenzen eine mögliche Vision. „Die TSV-Trainingsplätze müssen für den Tunnelbau ohnehin verlegt werden und kommen vermutlich nicht an den alten Platz zurück“, sagte er. Variante B sieht unter anderem den Wegfall der Ostermann-Arena vor. Parkplätze seien durch ein Parkhaus zu ersetzen, der freie Raum oberhalb des Tunnels somit komplett für das grüne Band zu nutzen. Am Rande des neuen Areals ergebe sich Potenzial für Wohnungsbau. Außerdem sei ein See als Mittelpunkt der Grünfläche denkbar. Sämtliche Ideen und Überlegungen sind im Übrigen mit der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH und den TSV Bayer 04 abgesprochen. Über entstehende Kosten gibt es bislang keinerlei Aussagen.

Blick in die Zukunft der Stadt:  Reimar Molitor, Uwe Richrath und Stephan Lenzen (v. li.) stellten im Rathaus Pläne zur Umgestaltung nach dem Autobahnabriss vor. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Reimar Molitor, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Region Köln/Bonn, wies auf die guten Erfahrungen hin, die es in Leverkusen mit frühzeitigen Planungen gebe – etwa beim Neulandpark und bei der neuen Bahnstadt Opladen. „Aus der Jahrhundertbaustelle muss eine Jahrhundert-Chance für die Stadtentwicklung werden“, betonte er und sagte seine volle Unterstützung zu. Bürger seien aufgerufen, ihre Stadt aktiv zu gestalten, anstelle die Abwicklung der Baustelle passiv zu ertragen und am Ende mit einer völlig neuen Infrastruktur leben zu müssen. Dieser erste Entwurf übernehme jene Aufgaben, die im Zuge des Flächenrückbaus sowieso notwendig würden.

„Wir werden das Feld nicht kampflos räumen, sondern fordern den Central Park für unsere Stadt“, betonte Richrath erneut. Die Entwürfe kamen bei den anwesenden Politikern gut an. „Ich freue mich, dass meine Nachfahren irgendwann in Zukunft am Central Park wohnen werden“, sagte Gisela Kronenberg, Mitglied im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Planen.