Leverkusen Vier Monate Haft für den Diebstahl zweier T-Shirts

Leverkusen · Wegen des versuchten gewerbsmäßigen Diebstahls zweier T-Shirts mussten sich gestern zwei junge Algerier vor dem Amtsgericht in Opladen verantworten.

Ein 20-Jähriger und dessen fünf Jahre älterer Mittäter sollen demnach am 5. Mai versucht haben, aus dem Modehaus Peek&Cloppenburg in der Wiesdorfer Innenstadt jeweils zwei T-Shirts der Marke Boss zu stehlen. Ein Vorhaben, das jedoch misslingen sollte.

Dementsprechend schnell ließen sich die beiden Beschuldigten ein. Das Shirt habe er zwar genommen, ließ der Jüngere über den anwesenden Dolmetscher verlauten, gekostet habe dieses jedoch nur 40 Euro. Und - noch viel wichtiger - sei es für den Eigengebrauch bestimmt gewesen.

Bereits im März hatte der Algerier ohne festen Wohnsitz kurz in U-Haft gesessen, schon damals wegen Diebstahls. Nach dem Aufenthalt dort habe er keine Kleidung mehr gehabt. "Ich bekomme in der Woche nur 30 Euro", sagte er kleinlaut. Daher gab er auch die zweite gegen ihn erhobene Anklage zu, nach der er im April versucht hatte, eine Sporthose zu entwenden.

Sein 25 Jahre alter Mittäter beschrieb das gleiche Motiv: Kleidungsknappheit. In der Kleiderkammer seiner Unterkunft habe er nichts passendes gefunden. "Natürlich nicht - nichts in dieser Qualität", entgegnete die Staatsanwaltschaft. Weil er darüber hinaus Tabletten nehme, habe ihn der Teufel geritten. "Dann weiß man nicht mehr, was man tut", erklärte er.

Ein Argument, das auf wenig offene Ohren stieß. Das habe er schon bei seiner ersten Verurteilung im März (vier Monate Haft auf Bewährung) angeführt, betonte das Gericht. Das nahm sich kurz darauf ein wenig Zeit zur Beratung und verkündete anschließend: Die bereits in U-Haft verbrachten vier Monate seien beiderseits Tat und Schuld angemessen.

(brü)
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